Fahrradfahrer auf Zebrastreifen sind keine Fußgänger

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Eigentlich nichts Neues, aber in Radlerkreisen weitgehend unbekannt: Wer mit seinem Rad einen Zebrastreifen fahrend überquert, trägt bei einer Kollision mit einem Auto eine erhebliche Mitschuld. Denn Zebrastreifen dürfen auch von Radlern nur wie ein Fußgänger genutzt werden. Und das heißt: Schieben!

Eine Pkw-Fahrerin fuhr mit ihrem Auto eine Straße stadtauswärts entlang, während eine stadteinwärts zunächst auf einem Radweg fahrende Frau plötzlich auf einen vor einer Straßeneinmündung befindlichen Fußgängerüberweg wechselte. Kurz vor Erreichen der gegenüberliegenden Seite wurde die Radlerin von dem Auto leicht erfasst.  

Das Landgericht Frankenthal sah in der unkonventionellen Fahrweise der Radlerin einen wesentlichen Verursachungsbeitrag an dem Geschehen und lastete ihr eine hälftige Mitschuld an dem Unfall an. Das Gericht wies außerdem darauf hin, dass im Falle eines plötzlichen und nicht absehbaren Einschwenkens eines Radfahrers auf den Zebrastreifen im Einzelfall auch eine Alleinschuld des Radfahrers gegeben sein kann, wenn sich der Unfall für den Pkw-Fahrer als unvermeidbar herausstellt. 

Generell sei laut Gericht zu beachten, dass Radfahrer, die Fußgängerüberwege radfahrend (nicht schiebend) benutzen, im Unrecht sind. Radfahrer haben unabhängig von ihrer Fahrgeschwindigkeit anders als Fußgänger auf einem Zebrastreifen keinen Vorrang. Vielmehr müssen sie absteigen und das Fahrrad schieben. Wollen sie radfahrend den Fußgängerüberweg überqueren, sind sie gegenüber dem Kraftverkehr wartepflichtig (LG Frankenthal, Urteil vom 24.11.2010, Az.2 S 193/10).

 

 

 

 

 

 

 

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