Abstellen eines unververschlossenen Fahrzeug nicht immer grob fahrlässig

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Auch wenn Sie Ihr Auto nur mal auf die Schnelle verlassen wollen, sollten Sie es stets abschließen. Versicherungen kennen kein Pardon, wenn es hier zum Diebstahl kommt. Allerdings liegt nicht in jedem Fall grobe Fahrlässigkeit vor. Schließlich muss man nicht stets und überall mit Dieben rechnen.

Glück im Unglück hatte ein Versicherungsnehmer. Er hatte sein Fahrzeug vor seinem Elternhaus abgestellt, um diese kurz zu besuchen.  Während dieses Besuches erlaubte sich wahrscheinlich irgendein Scherzbold den Spaß, das Fahrzeug auf den abschüssigen Teil der Straße zu schieben. Dabei streifte es eine Mülltonne und einen Baum. Es endetean einer Gartenmauer. Gesamtschaden: € 5000,-.

Die Kaskoversicherung lehnte die Kostenübernahme ab. Sie warf dem Mann vor, grob fahrlässig gehandelt zu haben, weil er sein Auto nicht abgeschlossen hatte.

Das Gericht sah die Sache anders. Das Fahrzeug war schließlich nicht in einem größeren Stadtgebiet, sondern vor dem Elternhaus des Versicherungsnehmers in einem ruhigen, dörflich geprägten Wohngebiet abggestellt worden. In einer solchen Gegend besteht zwar auch theoretisch die Gefahr, des Fahrzeugdiebstahls mit anschließendem Unfall. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit derart gering, dass mit ihr im praktischen Leben normalerweise nicht gerechnet zu werden braucht.

Grob fahrlässig konnte das Gericht das Verhalten des Mannes deshalb nicht finden, allenfalls fahrlässig - und das lässt die Zahlungspflicht der Versicherung nicht entfallen.

Hinzu kam hier, dass sich der Mann inseinem Elternhaus in unmittelbarer Nähe zun Ort des Geschehens befand. Er hatte jederzeit die Möglichkeit, durch Tür oder Fenster zu schauen, ob noch alles in Ordnung ist. Auch der Umstand, dass er nur für kurze Zeit sein Auto verlassen wollte, kam ihm zugute.
OLG Saarbrücken, Urteil vom 24.10.2007, 5 U 238/07, NJW-RR 2008 S. 1126

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