Abruptes Abbremsen vor gelber Ampel nicht verboten

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Eigentlich nichts Neues: Fahren Sie auf eine Ampel zu die von Grün auf Gelb umschaltet, müssen Sie immer damit rechnen, dass Ihr Vordermann sich entscheidet anzuhalten, auch wenn er noch locker weiterfahren könnte. Nichtsdestotrotz  kommt es hier immer wieder zum Rechtsstreit über die Frage.

Zwei Fahrzeuge fuhren hintereinander mit einer Geschwindigkeit von ca. 50km/h bei guten Witterungsverhältnissen (sonnig) und trockener Fahrbahn auf eine Ampelanlage zu. Just in diesem Augenblick sprang die Ampel von Grün auf Gelb um. Der Vordermann bremste sein Fahrzeug stark ab, um rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Der Hintermann tat dasselbe. Ihm reichte es aber nicht. Er fuhr auf das Heck des Vordermannes auf.

Der Hintermann war der Meinung, hier läge ein Verstoß gegen §4 Abs. 1 Satz 2 StVO vor: starkes Abbremsen ohne zwingenden Grund. Denn der Vordermann hätte die Lichtzeichenanlage noch bei Gelb passieren können.

Weit gefehlt, stellte das Amtgericht Hildesheim fest. Ein Fahrzeugführer darf auch bei einem Wechsel von Grün auf Gelb durchaus heftig abbremsen, wenn hinter ihm weitere Fahrzeuge fahren. Er darf sich darauf verlassen, dass die Autofahrer hinter ihm die Verkehrsregeln beachten und einen entsprechend großen Abstand einhalten.

Konkret: Als Hintermann muss man sich vor einer Ampelanlage immer darauf einstellen, dass der Vorausfahrende bei Gelb plötzlich abbremst (AG Hildesheim, Urteil vom 7.8.2008, 47 C 119/08, NJW 2008 S. 3365).

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