Werkstattbindung auch bei Terminschwierigkeiten

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Sie haben mit der Kfz-Versicherung eine Werkstattklause vereinbart. Halten Sie sich im Schadensfall nicht daran, müssen Sie einen Abschlag hinnehmen, auch wenn die Vertragswerkstatt Wartezeiten von einem Monat hat.

Ein Mann brachte seinen Wagen in eine freie Werkstätte zur Reparatur eines Hagelschadens in Höhe von knapp 6.650 €. Anschließend wollte er die Kosten von seiner Kfz-Versicherung ersetzt haben. Diese zahlte nur 85 %, da er den Wagen nicht zu einer Vertragswerkstatt gebracht hatte. Der Mann gab an, die Stundensätze beider Werkstätten seien identisch und die Vertragswerkstatt hätte ihm lediglich einen Termin mit einer Wartezeit von einem Monat angeboten.

Das Amtsgericht München gab der Versicherung Recht. Die Werkstattbindung ist wirksam vereinbart worden. Hält sich der Kunde in einem solchen Fall nicht an die Vereinbarung, kann die Versicherung die Rechnung um den vereinbarten Prozentsatz kürzen.

Zum einen war der Schaden nicht sicherheitsrelevant und der Wagen weiterhin fahrtauglich. Daher hätte der Mann ohne weiteres einen Monat auf seine Reparatur warten können. Es handelte sich nämlich ausschließlich um optische Schäden. Zumindest hätte der Mann sich bei der Versicherung nach einer alternativen Vertragswerkstätte erkundigen müssen.

Unerheblich ist auch, dass die freie Werkstätte dieselben Stundensätze wie die Vertragswerkstatt abgerechnet hat. Denn bei Vereinbarung einer Werkstattbindung rechnet die Vertragswerkstatt direkt mit der Versicherung ab. Die durch Großkundenrabatte und Ähnliches erwirtschafteten Rabatte schlagen sich dann in einer niedrigeren Prämie für die Versicherten nieder. Dieser Nachlass rechnet sich für die Versicherung aber nur, wenn die Reparatur auch tatsächlich bei der Vertragswerkstatt durchgeführt wird (AG München, Urteil vom 26.9.2014, 122 C 6798/14 ).

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