Porsche 911: Tank nicht zu klein

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Porsche-Fahrer zieht vor Gericht und verliert den Streit um einen angeblich zu kleinen Tank. Auch wenn die Reichweite des Fahrzeugs nicht der im Katalog angegebenen entspricht, muss das kein Mangel sein. Im Gegenteil.

Ein Mann kaufte sich im Mai 2011 im Autohaus einen Porsche 911 Turbo S Cabrio zum Preis von 176.000,00 €. Im Katalog war ausgewiesen, dass der Tank 67 Liter Kraftstoff fasse. Der Bordcomputer zeigte allerdingst bereits nach dem Verbrauch von 59 Litern eine verbleibende Reichweite von 0 km an. Damit sei der Tank acht Liter zu klein, so der Porschefahrer. Daher wolle er den Wagen zurückgeben und sein Geld wieder haben. Das Autohaus machte technische Gründe dafür verantwortlich, dass die Angaben des Bordcomputers scheinbar von den Angaben im Prospekt abwichen und weigerte sich, das Auto deswegen zurückzunehmen.

Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte das erstinstanzliche Urteil und gab dem Autohaus Recht. Aus Sicht des Gerichts ist der Porsche nicht mangelhaft. Ihm fehlt gerade kein technischer Standard, die man bei Fahrzeugen dieser Klasse erwarten darf.

Zum einen entspricht der Tank dem heutigen Stand der Technik. Zum andern fasst der Tank die angegebenen 67 Liter. Man kann ihn nur nicht vollständig leerfahren - und das ist gut so. Denn eine zwangsweise im Tank verbleibende Restmenge Kraftstoff von 3,1 Litern schützt den Motor vor schädlichen Schwebteilchen im Kraftstoff.

Außerdem zeigt der Bordcomputer absichtlich eine geringere Reichweite an. Auf dem Display sehen Sie gerade die Strecke, die Sie auf jeden Fall zurücklegen können, ohne einen Motorschaden zu riskieren. Fahren Sie noch ein Stückchen weiter, kann es dagegen sein, dass die Kraftstoffpumpen unter bestimmten Fahrbedingungen (z.B. extreme Kurvenfahrten) Luft ansaugen, was den Motor schädigen kann. Und sollte man bei einem Sportwagen nicht davon ausgehen, dass er ab und an auch mal extrem gefahren wird (OLG Hamm, Urteil vom 16.6.2015, 28 U 165/13 )?

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