Wer bestimmt den Begräbnisort?

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Das Totenfürsorgerecht übt in erster Linie der aus, den der Verstorbene damit beauftragt hat.

Im entschiedenen Fall wurde auf Veranlassung seiner Lebensgefährtin ein Mann auf dem Friedhof des Ortes beigesetzt, an dem sie mit diesem zusammengelebt hatte.

Die Mutter des Verstorbenen klagte mit dem Ziel, dass die Urne ihres Sohnes an ihren eigenen Wohnsitz verlegt werde mit der Begründung, dass ihr Sohn nicht in diesem Ort habe bestattet werden wollen, weil er dort keinerlei Verwandte und Angehörige außer seiner Lebensgefährtin gehabt habe. Seine Lebensgefährtin habe sich gegen das Recht der nächsten Verwandten, den Begräbnisort zu bestimmen, hinweggesetzt. Die beklagte Lebensgefährtin entgegnete, es sei der Wunsch ihres Lebensgefährten gewesen, am eigenen Wohnort beigesetzt zu werden.

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass obwohl der letzte Wille des Verstorbenen nicht sicher ermittelt werden konnte, der Lebensgefährtin das Recht zustand, über den Ort der Beisetzung zu entscheiden. Das Totenfürsorgerecht übe in erster Linie der aus, den der Verstorbene damit beauftragt habe.

Dies müssten nicht die Angehörigen sein, sondern könne auch die Lebensgefährtin sein, wenn der Verstorbene mit dieser wie hier ein Jahr lang in eheähnlicher Gemeinschaft zusammengelebt habe.

Wichtig: Die Lebensgefährtin hatte Formalitäten und Organisation der Beerdigung übernommen. Das bestätigte das Gericht in der Annahme, dass Totenfürsorgerecht und Bestimmung des Begräbnisortes ihr zustanden (LG Ansbach, Klagerücknahme vom 30.1.2012, Az. : 1 S 1054/11).

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