Wasserversorger haftet für Schäden bei durchgerosteter Leitung

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Ein Wasserversorger ist zur ordnungsgemäßen Unterhaltung und Kontrolle der Frischwasserzuleitung beim Abnehmer bis zur Wasseruhr verpflichtet. Kommt es zum Wasserschaden durch eine schadhafte Wasseruhr, haftet er auch dann, wenn sich die Schadstelle im Gebäudeinneren befindet.

Eine Hauseigentümerin reklamierte bei ihrem Wasserversorger einen Schaden, den sie nach einem längeren Auslandaufenthalt feststellte. Die Garage erwies sich aufgrund eines Wasserschadens als durchfeuchtet. Aus einer durchgerosteten Leitung war Wasser ausgetreten. Die Schadstelle lag vor der Wasseruhr im Rohrbereich, der im Eigentum des Versorgers steht.

Die Schadenssumme belief sich auf knapp 9.500,00 €. Diese Summe wollte die Frau ersetzt haben. Sie berief sich auf § 2 Abs. 3 Nr. 1 Haftpflichtgesetz. Der Versorger winkte ab. Der Schaden sei innerhalb des Gebäudes entstanden und auf die darin befindliche Anlage zurückzuführen.

Das Oberlandesgerichts Koblenz stellte sich auf die Seite der Eigentümerin und bejahte die Haftung des Wasserversorgers. Die Schadstelle befand sich im Bereich oberhalb des Garagenbodens, aber vor der Wasseruhr. Erst hinter der Messeinrichtung endet die haftungsrechtliche Verantwortung des Versorgers.

Dieser Leitungsteil steht im Eigentum des Versorgers. Hierfür trifft ihn die uneingeschränkte Kontroll- und Unterhaltungspflicht. Diese wurde hier verletzt. Denn zumindest bei einem regelmäßig stattfindenden Austausch der Wasseruhr hätte die zuführende Frischwasserleitung von einem Mitarbeiter des Versorgers kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden können und müssen.

Im Bereich vor der Wasseruhr ist der Versorger allein verantwortlich, sodass der Eigentümerin kein Mitverschulden wegen unterlassener eigener Kontrolle während ihrer Abwesenheit vorgeworfen werden kann (OLG Koblenz, Urteil vom 17.4.2014, 1 U 1281/12 ).

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