Unfallversicherung: Kausalität zwischen Unfall und Schaden muss klar bewiesen sein!

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Der Versicherungsnehmer bzw. der Begünstigte einer Unfallversicherung muss im Schadensfall den Beweis erbringen, dass ein von der Unfallversicherung abgedeckter Schaden vorliegt.

Im entschiedenen Fall war eine Frau im Badezimmer ihrer Wohnung gestürzt und anschließend gestorben. Der Ehemann als Begünstigter hätte nun beweisen müssen, dass sich seine Frau durch den Sturz eine tödliche Kopfverletzung zugezogen hatte, oder dass diese zumindest die wesentliche Ursache für den Tod war. Aufgrund eines Gutachtens stand aber fest, dass primär eine so genannte Spontanblutung vorgelegen hatte, die zum Bewusstseinsverlust führte und erst dann zum Sturz. Damit stand auch fest, dass nicht der Sturz selbst für die Blutung verantwortlich war, also als den Unfall verursachenden Grund ausschied. Somit lag kein vom Versicherungsschutz umfasster Unfall vor.

Fazit: Entscheidend ist also immer, ob der zum Schaden führende Unfall unmittelbare Ursache ist, oder nur mittelbare, weil ein anderer Grund primär den Schaden verursacht hat (AG Bad Segeberg, Urteil vom 29.12.2011, Az. : 17 C 294/10).

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