Netzbetreiber haftet bei Schäden durch zu hohe Stromspannung

 - 

Wenn Strom mit zu hoher Spannung aus der Steckdose kommt und zu Schäden an Haushaltsgeräten führt, haftet der Netzbetreiber für das fehlerhafte Produkt Elektrizität.

Ein Stromkunde verlangte 2.800,00 € Schadensersatz von seinem Netzbetreiber. Nach einem Stromausfall in seinem Wohnviertel war es zu einer Überspannung in seinem Haus gekommen. Eine Heizungsanlage, das elektrische Garagentor sowie kleinere Elektrogeräte waren dadurch beschädigt worden. Ursache für die Überspannung war die Unterbrechnung von zwei sogenannten PET-Leitern in der Nähe des Hauses, über die das Haus mit der Erdungsanlage verbunden war.

Der Bundesgerichtshof hatte in dem Rechtsstreit das letzte Wort und bejahte die Haftung des Netzbetreibers für den Überspannungsschaden. Auch Elektrizität ist ein Produkt, das fehlerhaft sein kann (z.B. durch eine Überspannung). Hierfür ist der Netzbetreiber als Hersteller verantwortlich. Er haftet nach dem Produkthaftungsgesetz. Der Netzbetreiber muss sicherstellen, dass der Strom in der jeweils nutzbaren Spannung im Haushalt ankommt.

Folge: Dem Stromkunden steht nach Abzug einer Selbstbeteiligung von 500,00 € (vgl. § 11 ProdHaftG) Schadensersatz in Höhe von 2.300,00 € zu (BGH, Urteil vom 25.2.2014, VI ZR 144/13 ).

Weitere News zum Thema

  • Online-Vertrag: Widerrufsrecht besteht unabhängig vom Grund

    [] Der Bundesgerichthof hat den Verbraucherschutz bei Online-Verträgen gestärkt und festgestellt, dass es ohne Belang ist, aus welchem Grund ein Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebraucht macht. Er darf beispielsweise online bestellte Ware fristgerecht zurückgeben, wenn der Händler sich weigert, einen garantierten Tiefpreis zu gewähren. mehr

  • Verschmutztes Meerwasser als Reisemangel bei einem Badeurlaub

    [] Verunreinigt eine defekte Kläranlage das Meer mit Fäkalien, stellt dies für einen Badeurlaub einen Reisemangel dar. Erkrankt der Reisende deshalb an schwerem Brechdurchfall, kann er den Reisepreis mindern, Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit verlangen und Schmerzensgeld geltend machen. mehr

  • Für Mängel bei Schwarzarbeit gibt es kein Geld zurück

    [] Wer einen Handwerker beauftragt und die Arbeiten schwarz durchführen lässt, bekommt sein Geld nicht zurück, wenn sich die Arbeit als mangelhaft erweist. Der Vertrag verstößt gegen das Verbot der Schwarzarbeit und ist somit nichtig. Daraus lassen sich keine weiteren Rechte herleiten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.