Makler muss 20.000 € Provision zurückzahlen

 - 

Klärt ein Immobilienmakler den Käufer trotz Nachfrage nicht darüber auf, dass ein Haus möglicherweise unter Denkmalschutz gestellt wird, hat er kein Recht mehr auf seine Provision.

Der Käufer des Hauses hatte den Makler gefragt, ob das Haus unter Denkmalschutz stehe. Dies hatte der Makler zu Recht verneint. Allerdings verschwieg er dem Käufer, dass die Denkmalschutzbehörde bereits eine Besichtigung des Objekts angekündigt hatte. Nach dem Kauf wurde das Haus dann tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt.

Das Oberlandesgericht Oldenburg verurteilte daraufhin den Makler zur vollständigen Rückzahlung der Provision. Nach Meinung der Richter hätte der Makler seinen Käufer unbedingt darüber informieren müssen, dass die Denkmalschutzfrage bei der Behörde bereits im Raum stand.

Indem er die angekündigte Besichtigung zumindest grob leichtfertig verschwiegen hat, hat er gegen die Interessen seines Auftraggebers gehandelt und wesentliche Vertragspflichten verletzt. Damit hat sich der Makler "seines Lohnes als unwürdig erwiesen". Vor allem nach der Frage des Käufers, ob das Haus unter Denkmalschutz stehe, hätte dem Makler klar sein müssen, dass die Denkmalschutzeigenschaft des Gebäudes für den Käufer von Bedeutung ist (OLG Oldenburg, Beschluss vom 10.7.2014, 4 U 24/14 ).

Weitere News zum Thema

  • Online-Vertrag: Widerrufsrecht besteht unabhängig vom Grund

    [] Der Bundesgerichthof hat den Verbraucherschutz bei Online-Verträgen gestärkt und festgestellt, dass es ohne Belang ist, aus welchem Grund ein Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebraucht macht. Er darf beispielsweise online bestellte Ware fristgerecht zurückgeben, wenn der Händler sich weigert, einen garantierten Tiefpreis zu gewähren. mehr

  • Verschmutztes Meerwasser als Reisemangel bei einem Badeurlaub

    [] Verunreinigt eine defekte Kläranlage das Meer mit Fäkalien, stellt dies für einen Badeurlaub einen Reisemangel dar. Erkrankt der Reisende deshalb an schwerem Brechdurchfall, kann er den Reisepreis mindern, Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit verlangen und Schmerzensgeld geltend machen. mehr

  • Für Mängel bei Schwarzarbeit gibt es kein Geld zurück

    [] Wer einen Handwerker beauftragt und die Arbeiten schwarz durchführen lässt, bekommt sein Geld nicht zurück, wenn sich die Arbeit als mangelhaft erweist. Der Vertrag verstößt gegen das Verbot der Schwarzarbeit und ist somit nichtig. Daraus lassen sich keine weiteren Rechte herleiten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.