Wut an falsch geparktem Auto besser nicht auslassen

 - 

Falschparker auf Gehwegen, die auch noch dazu behindern, sind ein Ärgernis. Trotzdem: Wer aus Wut darüber gegen das Fahrzeug tritt, haftet voll für den Schaden.

Ein BMW-Fahrer parkte sein Fahrzeug gegen 2:30 Uhr morgens kurz auf dem Gehweg vor einer Bankfiliale, um dort Geld abzuheben. Ein 64-jähriger Mann, der dort gerade Zeitungen austrug, ärgerte sich darüber so sehr, dass er mit dem Fuß gegen die rechte Seite des PKW trat. Dadurch entstand ein Schaden an dem Fahrzeug von fast 1.000,00 €.

Der BMW-Fahrer forderte den Zeitungsausträger auf, den Schaden zu begleichen. Vergeblich. Der fühlte sich nämlich durch den Falschparker genötigt. Schließlich habe dieser ihm den Weg abgeschnitten, was wiederum bei ihm in Verbindung mit der enormen physischen und psychischen Belastung, die das Zeitungsaustragen zu nachtschlafender Zeit mit sich bringe, zu berücksichtigen sei. Hinzu komme sein fortgeschrittenes Alter.

Das Amtsgericht München akzeptierte diese Argumentation nicht. Der Zeitungsausträger muss den Schaden in voller Höhe ersetzen. Der BMW-Fahrer habe sich zwar verkehrsordnungswidrig verhalten. Der Schaden sei aber durch die vorsätzliche Sachbeschädigung des Zeitungsausträgers entstanden und nicht etwa bei dem Versuch, an der Engstelle vorbeizukommen. Daher treffe den Falschparker kein Mitverschulden an dem Schaden (AG München, Urteil vom 18.5.2015, 122 C 2495/15 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.