Wasserpfütze im Supermarkt – wer haftet bei einem Sturz?

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Verletzt ein Supermarktbetreiber seine Verkehrssicherungspflichten und sorgt nicht für ausreichende Sicherheit im Kundenverkehr, haftet er, wenn eine Kundin auf einer Wasserlache im Bereich der Getränkeregale ausrutscht und sich verletzt.

Eine Supermarktkundin wollte einem anderen Kunden im Bereich der Getränkeregale ausweichen. Dabei rutschte die Frau auf einer Wasserlache aus und stürzte auf einen Warenkorb aus Metall, der dort stand. Dabei zog sie sich tiefe Fleischwunden im Gesicht und am Rücken zu. Eine weitere Kundin holte zur ersten Hilfe eine Packung gefrorenen Fisch, um die Verletzung zu kühlen. Eine hinzukommende Mitarbeiterin monierte daraufhin, dafür sei der Fisch zu teuer.

Die Verletzte verlangte mindestens 800,00 € Schmerzensgeld, Schadensersatz für beschädigte Kleidungsstücke in Höhe von 128,00 € sowie Ersatz der vorgerichtlichen Anwaltskosten in Höhe von 85,00 €.

Der Supermarktbetreiber wollte nicht zahlen. Nach seiner Darstellung war der Boden an der Unfallstelle 15 Minuten vor dem Unfall trocken gewesen. Zudem habe es an dem Tag stark geregnet, sodass die Pfütze erst unmittelbar vor dem Unfall durch feuchtes Schuhwerk oder tropfende Regenschirme anderer Kunden entstanden sei.

Das Amtsgericht Schöneberg gab der Kundin Recht und sprach ihr ein Schmerzensgeld von 1.000,00 € zu; ebenso erhielt sie Schadensersatz in geforderter Höhe.

Denn der Supermarktbetreiber hat nicht alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit seiner Kunden zu gewährleisten. Dabei stellt eine Wasserpfütze auf dem Fußboden eine Gefahr für den Kundenverkehr dar. Im Prozess konnte er nicht belegen, dass ausreichende Kontrollgänge seiner Mitarbeiter zur Gefahrerkennung und zur Gefahrenabwehr stattgefunden haben.

Zur Höhe der Ansprüche führte das Gericht aus, unter Berücksichtigung aller Umstände der von der Frau erlittenen Verletzungen und des am eigenen wirtschaftlichen Vorteil orientierten Verhaltens der Beklagten nach dem Unfall ist ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.000,00 € angemessen, um die von der Kundin erlittenen immateriellen Schäden auszugleichen. Für die beschädigten Kleidungsstücke kann sie den Neupreis verlangen, da daran keine Gebrauchsspuren zu erkennen waren (AG Schönebeck, Urteil vom 17.4.2015, 17 C 113/14 ).

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