Unfall beim Fahrertraining - wer zahlt?

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Vereinbaren die Teilnehmer eines Fahrertrainings einen Haftungsausschluss, so muss jeder Fahrer für Schäden an seinem eigenen Wagen selbst aufkommen. Geht es den Teilnehmern gerade um das Austesten der Grenzen ihres Fahrzeugs, sind vor allem hohe Fahrgeschwindigkeiten allein nicht schon als grob fahrlässig einzustufen.

Bei einem Fahrertraining eines Porsche-Clubs hatten die Teilnehmer gegenüber dem Veranstalter darauf verzichtet, sich gegenseitig für Schäden in Anspruch zu nehmen, die nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurden. Der Club hatte das Fahrertraining auf einer Rennstrecke organisiert und in seinen AGB eine entsprechende gegenseitige Haftung der Teilnehmer untereinander ausgeschlossen.

Ein Teilnehmer hatte während des Fahrertrainings den Wagen eines anderen Teilnehmers beschädigt. Zu dem Unfall sei es gekommen, weil der eine Fahrer zu schnell gefahren sei. Der Unfallverursacher berief sich jedoch auf den vereinbarten Haftungsausschluss.

Zu Recht, wie die Richter des Oberlandesgerichts Karlsruhe fanden. Selbst wenn der Fahrer zu schnell gefahren ist, genügt das noch nicht, einen grob fahrlässigen Fahrfehler festzustellen. Denn bei dem Fahrertraining ging es gerade darum, den Grenzbereich der eigenen Fahrzeuge zu erarbeiten und zu verbessern. Aus diesem Grund müssten die geschädigten Teilnehmer für ihren jeweiligen Schaden selbst aufkommen (OLG Karlsruhe, Urteil vom 27.1.2014, 1 U 158/12, NJW-RR 2014 S. 692).

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