Schüler untereinander: Stuhlwegziehen im Klassenzimmer gibt trotz böser Folgen kein Schmerzensgeld

 - 

Schülerstreiche untereinander können ernste Verletzungen zur Folge haben. Ein Schmerzensgeld muss in vielen Fällen dennoch nicht gezahlt werden.

Ein heute 17-jähriger Schüler hatte in der neunten Klasse seinem Sitznachbarn den Stuhl weggezogen. Das Opfer des Streichs fiel auf das Steißbein und schlug mit dem Kopf auf. Dabei erlitt der Sitznachbar Prellungen und Blutergüsse. Zudem leidet er an der Bluterkrankheit, was die Sache noch verschlimmerte. Der Junge musste deswegen nach dem Unfall drei Tage lang im Krankenhaus beobachtet werden. Da er auch noch hinterher monatelang unter Schmerzen litt, zog er gegen den Übertäter vor Gericht und verlangte 1.400,00 € Schmerzensgeld. Ohne Erfolg, die Klage wurde abgewiesen.

Das Amtsgericht Hannover berief sich auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu diesem Thema: Danach gibt es bei Schulunfällen nur dann ein Schmerzensgeld, wenn dem Verursacher Vorsatz nachzuweisen ist. Der Vorsatz muss sich dabei nicht nur aufs Wegziehen des Stuhls, sondern auch auf die gesundheitlichen Folgen beziehen. Das konnte hier nicht festgestellt werden (AG Hannover, Urteil vom 28.7.2015, 465 C 15083/14 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.