Reitunfall: Wann haftet der Tierhalter?

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Schadensersatz vom Pferdebesitzer gibt es nur, wenn der Unfall durch ein für Pferde typisches, unberechenbares Verhalten des Pferdes verursacht wurde. Kann der verunfallte Reiter das nicht nachweisen, hat er keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen den Halter des Pferdes.

Eine Frau mit langjähriger Reiterfahrung stürzte auf einem Ausritt schwer. Sie verlangt von der Halterin des Pferdes die Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld. Aufgrund der bei dem Sturz erlittenen Kopfverletzungen kann sie sich an den Unfallhergang nicht erinnern. Es gab auch keine Zeugen. Trotzdem hat sie angeführt, dass das Pferd gescheut und dann unkontrolliert durchgegangen sei. Daraufhin sei sie an einem Ast hängen geblieben und vom Pferd gestürzt.

Das Oberlandesgericht hat der Reiterin keinen Schadensersatzanspruch gegen die Halterin des Pferdes zugebilligt. Eine Haftung der Pferdehalterin kommt nur in Betracht, wenn sich der Unfall gerade aufgrund des unberechenbaren Verhaltens des Pferdes ereignet hat. Das konnte die Reiterin hier nicht nachweisen.

Ihre Angaben zum Unfallhergang beruhen auf bloßen Vermutungen. Auch wenn die Art ihrer Verletzungen dafür spricht, dass sie tatsächlich von einem Ast aus dem Sattel gehoben wurde, ist das noch kein Nachweis dafür, wieso sie gegen den Ast geritten ist. Immerhin kann auch eine momentane Unaufmerksamkeit seitens der Reiterin hierzu geführt haben. Dann hätte sie den Sturz ganz allein verursacht (OLG Hamm, Urteil vom 18.9.2012, 9 U 162/11 ).

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