Kopfsprung trotz Badeverbot erfolgt auf eigene Gefahr

 - 

Wer ein ausdrückliches Badeverbot missachtet, auf das Warnschilder hinweisen, handelt auf eigene Gefahr. Der Eigentümer des Sees haftet somit nicht für einen Badeunfall, bei dem jemand kopfüber in unbekanntes Gewässer spring und sich schwer verletzt.

Ein im Unfallzeitpunkt 22-Jähriger war mit Freunden zu einem Baggersee gefahren. Mehrere Verbotsschilder untersagten das Baden im See. Der junge Mann sprang trotzdem kopfüber ins Wasser und verletzte sich schwer. Er ist seither querschnittsgelähmt.

Von der Gemeinde als Eigentümerin des Sees verlangte er Schmerzensgeld in Höhe von 70.000,00 €. Diese verwies auf das ausdrücklich ausgewiesene Badeverbot und lehnte die Zahlung ab.

Die Richter am Oberlandesgericht Oldenburg bestätigten die Auffassung der Gemeinde. Diese haftet nicht für den Badeunfall und seine Folgen. Die Gemeinde hat ihrer Verkehrssicherungspflicht genügt, indem sie mehrere Warnschilder am Ufer des Baggersees anbrachte. Das Baden war demnach eindeutig verboten.

Wer sich über ein solches Verbot hinwegsetzt, handelt auf eigene Gefahr. Er muss damit rechnen, dass das Baden in diesem Gewässer gefährlich ist. Zudem sprang der junge Mann im Uferbereich kopfüber in den See, ohne das Gewässer zu kennen und die Wasserhöhe zu prüfen. Für eine solche Selbstgefährdung muss der Eigentümer eines Sees nicht einstehen (OLG Oldenburg, Urteil vom 7.10.2014, 6 U 140/14 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.