Keine Helmpflicht für Fahrradfahrer

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Endlich Klarheit: Kein Mitverschulden für Freizeitradler ohne Helm! Kommt es unverschuldet zu einem Unfall, gibt es trotzdem vollen Schadensersatz.

Eine Frau war mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit. Sie trug keinen Fahrradhelm. Als sich plötzlich die Tür eines parkenden Wagens öffnete, konnte sie nicht mehr ausweichen, fuhr in die Fahrertür und stürzte. Dabei zog sie sich schwere Schädel-Hirnverletzungen zu. Sie verlangt von der Autofahrerin bzw. deren Haftpflichtversicherung vollen Schadensersatz. Die Autofahrerin geht dagegen von einem Mitverschulden der Radlerin aus, da die Kopfverletzungen bei weitem nicht so schlimm gewesen wären, hätte sie einen Fahrradhelm getragen.

Der Bundesgerichtshof gab der Radlerin Recht. Unabhängig davon, inwiefern ein Helm die Kopfverletzungen hätte verhindern können, ist das Tragen eines Helm gesetzlich nicht vorgeschrieben. Auch ist es in Deutschland durchaus üblich, innerorts ohne Fahrradhelm unterwegs zu sein. So trugen nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen im Jahre 2011 innerorts nur 11 % der Radfahrer einen Fahrradhelm. Es herrscht also kein allgemeines Verkehrsbewusstsein vor, nachdem ein "verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens" automatisch einen Fahrradhelm aufsetzt (BGH, Urteil vom 17.6.2014, VI ZR 281/13 ).

Es steht außer Frage, dass die Kopfverletzungen der Frau bei Tragen eines Helmes nicht so schwerwiegend gewesen wären. Außerdem wurde nicht entschieden, was für Radfahrer gilt, die zur sportlichen Betätigung unterwegs sind.

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