Kein Schmerzensgeld für Sturz in Stöckelschuhen

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Auf eigene Gefahr: Ein Theaterbesuch in Stöckelschuhen kann tückisch sein. Bleiben Sie in einer Schmutzfangmatte stecken und stürzen, gibt es weder Schadensersatz noch Schmerzensgeld.

Eine Besucherin des städtischen Theaters verfing sich mit ihren mindestens 4,5 cm hohen und dünnen Absätzen in der Gummilochmatte des Eingangsbereichs. Sie kam zu Fall und brach sich den Mittelfuß. Aufgrund der Verletzung war sie monatelang arbeits- und sportunfähig. Die Besucherin sah die Stadt in der Pflicht, sowohl den Schaden, den sie durch die Stolperfalle erlitten habe, zu begleichen (rund 3.750 € ), als auch für Schmerzensgeld in Höhe von rund 2.000 € aufzukommen.

Das Oberlandesgericht Hamm sah dies anders und sprach der Theaterbesucherin weder Schadensersatz noch Schmerzensgeld zu. Das erhöhte Risiko, mit Stöckelschuhen irgendwo stecken zu bleiben und zu stürzen, trägt sie in erster Linie selbst. Denn wer mit solchen Schuhen das Haus verlässt, muss seine Gehweise entsprechend anpassen und seiner Umgebung besondere Aufmerksamkeit zollen.

Außerdem war die Schmutzfangmatte als solche gut zu sehen, da sie sich farblich deutlich vom restlichen Bodenbelag abhebt. Es war auch zu erkennen, dass es sich um eine Gummilochmatte handelt, die ihren Zweck als Schmutzfangmatte gerade durch die Lochung erfüllt.

Solche Matten sind auch üblich im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude. Hätte sich die Theaterbesucherin ihrer Umgebung gegenüber aufmerksamer verhalten und mehr Vorsicht walten lassen, hätte sie die Matte auch mit ihren Stöckelschuhen gefahrlos überqueren können (OLG Hamm, Beschluss vom 25.5.2016, 11 U 127/15 ).

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