Kein Schadensersatz für Augenverletzung beim Ballspiel

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Spielen Sie mit Kindern Ball, müssen Sie damit rechnen, dass ein Ball fehlgeht. Trifft der Ball Sie und kommt es zu Verletzungen, haben Sie daher in der Regel keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Ein Mann war Gast bei einer Konfirmationsfeier. Dort spielte er mit mehreren Kindern Ball. Dabei bekam er einen Tennisball so unglücklich ins Gesicht, dass seine Brille zersplitterte. Glassplitter drangen in sein Auge ein und verletzten es schwer. Der Mann musste in der Folge mehrfach operiert werden. Außerdem war er über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig. Der Mann verlangt von dem 13-Jährigen, der den Tennisball geworfen hatte, rund 10.000 € Schmerzensgeld. Er behauptet, von dem Ball völlig überraschend getroffen worden zu sein, während er mit kleineren Kindern gerade Fußball spielte.

Das Oberlandesgericht Oldenburg sah dies anders. Der Mann hat keine Schadensersatzansprüche gegen den 13-Jährigen. Denn beim Ballspiel mit Kindern - auch wenn diese schon älter sind - muss man immer damit rechnen, aus Versehen von einem Ball getroffen zu werden.

Zeugenaussagen bestätigten, dass der Mann an dem Spiel mit dem Tennisball teilgenommen hatte. Kurz vor dem Wurf hatte er nach Aussage des Jungen noch Blinkkontakt zu diesem. Das Gericht zeigte sich von der Schilderung des Jungen zum Geschehen überzeugt. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass der Junge den Ball absichtlich dem Mann an den Kopf geworfen hat (OLG Oldenburg, Beschluss vom 2.11.2015, 6 U 170/15 ).

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