Kein Ersatz von Gutachterkosten bei Bagatellschäden

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Bei kleineren Schäden an Ihrem Auto sollten Sie nicht gleich einen Sachverständigen einschalten. Ein Kostenvoranschlag der Werkstatt erfüllt denselben Zweck und ist deutlich günstiger zu haben.

Eine Frau parkte ihren geleasten, erst zweieinhalb Jahre alten Opel Corsa ordnungsgemäß am Fahrbahnrand. Ein Mann fuhr in die linke Fahrzeugtür, die dabei leicht verdrückt und verschrammt wurde. Es entstand ein Schaden in Höhe von 840,00 €.

Zur Beweissicherung und Feststellung der Schadenshöhe gab die Frau ein Sachverständigengutachten in Auftrag, das mit 940,00 € zu Buche schlug. Die Versicherung des Unfallfahrers übernahm den Schaden am Wagen, weigerte sich jedoch, die Kosten für das Gutachten zu tragen. Es habe sich schließlich lediglich um einen Bagatellschaden gehandelt.

Das Amtsgericht München gab der Versicherung Recht. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gehören die Gutachterkosten nur dann zum erstattungsfähigen Schadensersatz, wenn ein Gutachten notwendig ist, um den Schadensersatz überhaupt geltend zu machen.

In diesem Fall war es aber selbst aus Sicht der geschädigten Fahrerin erkennbar, dass ein einfacher Kostenvoranschlag der Werkstatt ausgereicht hätte, die Schadenshöhe zu ermitteln. Ein solcher Kostenvoranschlag wäre viel billiger zu haben gewesen als das Gutachten, das mit seinen 940,00 € um 100,00 € teurer gewesen ist als der Schaden selbst.

Außerdem handelt es sich bei dem Schaden an sich nur um einen kleinen Blechschaden, technische Teile und tragende Karosserieteile wurden bei dem Unfall nicht in Mitleidenschaft gezogen (AG München, Urteil vom 8.4.2014, 331 C 34366/13 ).

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