Hohes Schmerzensgeld für Patient eines Reiki-Meisters

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Ein Reiki-Meister, der nebenher auch als Chiropraktiker tätig war, löste durch Einrenken eines Patienten mehrere Schlaganfälle aus. Nun muss er 20.000 € Schmerzensgeld und mindestens 3.600 € Schadensersatz zahlen.

Ein Mann litt unter Kopfschmerzen und Kribbeln in der rechten Körperhälfte. Er suchte zunächst ein Krankenhaus auf und wurde von dort an einen Neurologen überwiesen. Als noch starke Rückenschmerzen hinzukamen, ließ er sich von einem Reiki-Meister, der auch als Chiropraktiker tätig war, behandeln. Dieser bewegte den Kopf des Mannes ruckartig einmal nach links und einmal nach rechts. Dadurch löste er fünf Schlaganfälle aus.

Der Mann musste anschließend für längere Zeit stationär behandelt werden, war vier Jahre lang arbeitsunfähig und wird unter den Folgen der Schlaganfälle dauerhaft leiden. Er hat heute einen Grad der Behinderung von 50. Der Reiki-Meister akzeptierte inzwischen die Verurteilung zur Zahlung des Schmerzensgeldes und Schadensersatzes und nahm seine Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Oldenburg zurück.

Die Richter des Oberlandesgerichts Oldenburg sind aufgrund eines eingeholten Sachverständigengutachtens davon überzeugt, dass der Reiki-Meister die fünf Infarkte durch das Einrenken ausgelöst hat. Dabei haben sich kleine Blutgerinnsel gelöst, die Blutgefäße im Gehirn verstopften und so zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führten.

Der Reiki-Meister ist zur Zahlung des Schmerzensgeldes und Schadensersatzes verpflichtet, weil er die chiropraktische Tätigkeit ausgeübt hat, ohne die dafür erforderliche Erlaubnis zu haben. Die Tätigkeit als Chiropraktiker fällt, auch wenn sie nur nebenberuflich ausgeübt wird, in den Anwendungsbereich des Heilpraktikergesetzes. Hiernach muss jeder, der Menschen heilen oder Leiden lindern will, ohne approbierter Arzt zu sein, zuerst eine Erlaubnis einholen.

So sollen gerade Fälle wie diese, dass Menschen zu Schaden kommen, weil der Heilende die Bedeutung seines Handelns verkennt, verhindert werden. Denn eine Erlaubnis bekommt nur, wer zumindest ein grundlegendes Fachwissen nachweisen kann (Pressemitteilung des OLG Oldenburg vom 2.3.2015; LG Oldenburg, Urteil vom 26.1.2015, 5 U 71/13 ).

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