Geocaching: Finder haftet für zerstörte Schatztruhe

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Wer einen Schatz findet und ihn nicht sicher verwahrt, haftet als Finder für dessen Zerstörung bzw. Verlust. Das gilt auch für sogenannte Geocaches, also die Schatztruhen einer elektronischen Schnitzeljagd.

Geocaching ist ein beliebtes Freizeitvergnügen. Hier werden sogenannte Caches, darunter versteht man eine Art Schatztruhe, auf der ganzen Welt versteckt. Ihre GPS-Koordinaten werden im Internet veröffentlicht. Aufgabe ist es, sie zu finden, um sich dann in einem Logbuch, das in der Truhe liegt, einzutragen.

Ein Jäger hatte im Wald einen Geocache gefunden, der abseits des normalen Verstecks frei im Wald lag. In guter Absicht hob er die Schatztruhe auf und stellte sie am Wegesrand ab, damit der Besitzer der Truhe sie leichter wiederfinde.

Ein paar Tage später stand die Schatztruhe noch immer an der gleichen Stelle, war nun aber aufgebrochen und der Inhalt fehlte. Daraufhin brachte der Jäger die Truhe zum lokalen Fundbüro.

Der Geocacher, der die aufwendig handgefertigte und somit wertvolle Schatztruhe versteckt hatte, war der Meinung, der Jäger habe gegen seine Pflichten als Finder verstoßen. Er habe die Fundsache nicht ordnungsgemäß verwahrt und hafte deshalb für den entstandenen Schaden in Höhe von 1.000,00 €.

Das Landgericht Heidelberg sah dies ebenso und verurteilte den Finder zum Schadensersatz nach den Regeln des BGB.

Die Schatzkiste war nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort, als der Jäger sie fand. Sie war deshalb besitzlos und wurde vom Finder in Besitz genommen. Dadurch entsteht ein gesetzliches Schuldverhältnis.

Den Finder trifft dann zumindest eine Verwahrungspflicht. Er darf die Sache nicht einfach an einer anderen Stelle ablegen (z.B. am Wegesrand). Er hätte die Truhe beispielsweise gleich zum Fundbüro bringen müssen. Da er die Pflichtverletzung vorsätzlich bzw. grob fahrlässig begangen hat, haftet er (LG Heidelberg, Urteil vom 4.3.2013, 5 S 61/12, ).

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