Gemeinde haftet für ungesichertes Fußballtor auf Bolzplatz

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Unterhält eine Gemeinde einen Bolzplatz muss sie die Fußballtore auf Standfestigkeit prüfen und gegebenenfalls geeignete Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Unterlässt sie dies, verletzt sie ihre Verkehrssicherungspflicht und haftet für die Folgen eines Unfalls.

Ein 3-jähriges Mädchen erlitt auf einem gemeindlichen Bolzplatz eine schwere Verletzung. Ein umkippendes Fußballtor fiel auf das Kind, das sich dabei den Oberschenkelknochen brach. Zu dem Unfall kam es, als sich der 10-jährige Bruder des Mädchens an die Latte des nicht ausreichenden verankerten Tores gehängt hatte. Erst nach dem Unfall ließ die Gemeinde die bis dahin mobilen Tore durch eine Betonaufschüttung dauerhaft im Erdreich verankern. Die Eltern des verletzten Mädchens verlangten Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 5.000,00 €.

Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein befand, die Gemeinde hat ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt. Sie hat als Betreiberin des Spiel- und Bolzplatzes die Fußballtore nicht hinlänglich gesichert. Deshalb haftet sie.

Bis zum Zeitpunkt des Unfalls wurde die Sicherung der mobilen Fußballtore regelmäßig durch jugendliche Fußballspieler entfernt, um die Tore zu versetzen. Das war der Gemeinde bekannt, weil die Tore häufig durch Gemeindemitarbeiter neu befestigt werden mussten.

Die Richter warfen der Gemeinde vor, bis zur dauerhaften Sicherung die Einrichtungen des Bolzplatzes nicht engmaschig kontrolliert und gegebenenfalls die Tore zwischenzeitlich entfernt zu haben, um eine Verletzungsgefahr auszuschließen (OLG Schleswig, Urteil vom 25.10.2011, 11 U 71/10 ).

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