Für Inlineskater gelten Vorschriften des Fußgängerverkehrs

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Skaten auf der Gegenfahrbahn führt zu erheblichem Mitverschulden (hier 75 %), wenn es dadurch zu einem Verkehrsunfall mit einem entgegenkommenden Pkw kommt.

Eine 49-jährige Frau fuhr mit ihren Inlineskates außerhalb einer Ortschaft in der Mitte der Gegenfahrbahn. So fuhr sie auch in eine schlecht einsehbare, langgezogene Linkskurve ein. Der Fahrer des ihr entgegenkommenden Pkw bremste und wich an seinen rechten Fahrbahnrand aus. Beides konnte jedoch einen Zusammenstoß mit der Inlineskaterin nicht verhindern. Die Frau erlitt schwere Verletzungen, vor allem mehrere Brüche und Platzwunden mit bleibenden Schäden. Sie verlangt, dass der Fahrer des Pkw den Schaden in voller Höhe trägt.

Das Oberlandesgericht lehnte dies ab. Im Gegensatz zu der Skaterin hat sich der Fahrer des Pkw ordnungsgemäß verhalten. Er ist weder zu schnell gefahren, noch hat er zu spät reagiert. Daher haftet er nur aufgrund der Gefährlichkeit seines Pkws an sich für die sogenannte Betriebsgefahr (hier zu 25 %).

Die Skaterin dagegen hätte angesichts der schlecht einsehbaren Linkskurve nicht weiter auf der Gegenfahrbahn skaten dürfen. Entsprechend den Vorschriften für Fußgänger hätte sie sich der Kurve entweder gehend nähern oder auf die rechte Fahrbahnseite wechseln müssen. Dort hätte sie dann auch weiter skaten dürfen (OLG Hamm, Urteil vom 18.6.2013, 9 U 1/13 ).

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