Entschädigung bei verpasstem Flug aufgrund von Sicherheitskontrollen

 - 

Wer als Flugreisender aufgrund einer länger dauernden Sicherheitskontrolle (hier: drei Stunden) seinen Flug verpasst, kann die Kosten für ein zweites Ticket verlangen. Die Bundesrepublik haftet als Dienstherrin der Bundespolizei.

Der Flug sollte um 4:20 Uhr morgens starten. Ein Fluggast wurde jedoch im Sicherheitsbereich aufgehalten. In seinem Rucksack wurden gefährliche Gegenstände vermutet. Die Kontrolle verzögerte sich. Denn die zuständige Bundespolizei hatte nur Bereitschaftsdienst und musste erst anreisen. Im Ergebnis dauerte die Gepäckkontrolle drei Stunden, ohne dass sich der Verdacht bestätigte.

Der Mann verpasste aufgrund der langwierigen Kontrolle jedoch den gebuchten Flug und musste einen späteren Flug buchen. Die Kosten für das Ersatzticket verlangte er von der Bundesrepublik als Dienstherrin der Bundespolizei.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main sprach dem Flugreisenden eine Entschädigung nach den Grundsätzen der sogenannten Aufopferung zu. Die Gepäckkontrolle verletzte ihn in seinen Rechten und stellte für ihn ein Sonderopfer dar, denn er verpasste seinen gebuchten Flug.

Er hat weder die Umstände noch die zeitliche Verzögerung, die durch die Kontrolle entstanden, zu verantworten.

Anlass zur Kontrolle war lediglich ein "Überlagerung" auf dem Röntgenbild, mit dem der Rucksack untersucht worden war. Der Fluggast selbst hat keinerlei gefährlich aussehenden Gegenstände mitgeführt.

Zwar muss ein Fluggast allgemeine Kontrollmaßnahmen hinnehmen. Im Tagesbetrieb entstehen den Reisenden hierdurch aber keine wesentlichen Nachteile. Hingegen gehören eine 3-stündige Sicherheitskontrolle und ein verpasster Flug nicht zum allgemeinen Lebensrisiko. Sie stellen für den Fluggast ein Sonderopfer dar, für das er Entschädigung verlangen kann (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 12.8.2013, 1 U 276/12 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.