Einseitige Kniegelenksarthrose als Berufskrankheit

 - 

Bei einem Handwerker kann auch dann eine Berufskrankheit gegeben sein, wenn in nur einem Knie eine Arthrose vorliegt. Entscheidend ist, ob die Belastung der Kniegelenke während der Arbeitstätigkeit typischerweise unterschiedlich war.

Bei einem Gas- und Wasserinstallateur wurde nach Aufgabe seiner Tätigkeit eine Arthrose im rechten Knie festgestellt. Der Installateur hatte mehr als 13.000 Stunden kniebelastende Tätigkeiten verrichtet. Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte es jedoch ab, die Kniegelenksarthrose als Berufskrankheit anzuerkennen, da sie nur in einem Knie diagnostiziert wurde.

Der Installateur gibt dagegen an, die Einseitigkeit beruhe darauf, dass die Belastung durch das Knien überwiegend das rechte Knie betroffen habe, während er das linke Knie eher in einer Beugestellung gehabt hätte.

Das Sozialgericht Dortmund verurteilte die Berufsgenossenschaft dazu, die einseitige Kniegelenksarthrose des Installateurs anzuerkennen und ihm eine Verletztenrente zu zahlen. Dem Gericht zufolge entspricht gerade die einseitige Arthrose der einseitigen Belastung des rechten Knies durch die für ihn typische Arbeitshaltung, die sogenannte Fechterstellung. Nur wenn beide Knie gleichermaßen belastet werden, ist auch eine Schädigung beider Knie zu erwarten.

Auch die Übergewichtigkeit des Installateurs spricht nicht gegen die Anerkennung der Kniegelenksarthrose als Berufskrankheit. Denn die kniebelastenden Tätigkeiten sind - unabhängig vom Gewicht des Mannes - eindeutig geeignet, zu einer Arthrose im Knie zu führen (SG Dortmund, Urteil vom 22.5.2015, S 18 U 113/10

SG Dortmund, Urteil vom 22.5.2015, S 18 U 113/10 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.