Eine Fahrzeuglackierung führt nicht grundsätzlich zu einer Wertsteigerung

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Bei einer Neulackierung ist kein pauschaler Abzug neu für alt vorzunehmen. Denn nicht bei jeder Reparatur ist automatisch von einer Wertsteigerung des Fahrzeugs auszugehen. Für eine Wertsteigerung hat der Versicherer konkrete Anhaltspunkte darzulegen.

Unbekannte zerkratzten den Pkw einer Frau. Zu diesem Zeitpunkt war das Fahrzeug knapp vier Jahre alt und hatte eine Laufleistung von rund 71000 km. Der Kaskoversicherer der Frau zahlte nur einen Teil des Schadens. Von den Lackierungskosten in Höhe von 3.187,46 € zog der Versicherer 673,60 € ab. Alter, Laufleistung und Gesamtzustand des Fahrzeugs ließen nach Auffassung des Versicherers automatisch auf eine Wertsteigerung des Fahrzeugs durch die neue Lackierung schließen. Die Frau forderte jedoch den Gesamtbetrag ein.

Mit dieser Forderung hatte sie beim Amtsgericht Solingen Erfolg. Der Versicherer muss ihr auch die restlichen 673,60 € ersetzen.

Ein Abzug für eine Wertsteigerung aufgrund der Reparatur ist nur dann möglich, wenn eine messbare Vermögensmehrung beim Geschädigten eingetreten ist. Dies muss der Versicherer durch konkrete Anhaltspunkte darlegen, was er in diesem Fall versäumte. Daher konnte das Gericht nicht nachvollziehen, in welchem Zustand der Lack vor dem Schadensfall war.

Allein das Alter des Fahrzeugs von vier Jahren oder die Laufleistung lassen keine Rückschlüsse auf den Zustand des Lackes zu. Fahrzeuglackierungen sind inzwischen von so guter Qualität, dass ein Fahrzeug in der Regel während seiner gesamten Lebensdauer keine Neulackierung benötigt. Deshalb ist keine Wertsteigerung eingetreten, sondern es wurde nur der alte Zustand wiederhergestellt. Ein Abzug neu für alt ist nicht vorzunehmen (AG Solingen, Urteil vom 1.8.2012, 13 C 400/11 ).

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