Beschädigte Zahnbrücke nach Restaurantbesuch - Haftet der Gastwirt?

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Ein Gastwirt muss keinen Schadenersatz leisten, wenn ein Gast sich beim Verzehr eines Nackensteaks eine Zahnbrücke beschädigt.

Ein 63-jähriger Gast verzehrte in einem Restaurant ein Nackensteak. Dabei biss er nach eigenen Angaben auf ein Knochenstück im Fleisch und beschädigte so seine Zahnbrücke. Die beschädigte Brücke musste komplett erneuert werden, was Kosten in Höhe von rund 2.800,00 € hervorrief. Der Gast verlangt von dem Wirt die Übernahme der Kosten für den Zahnersatz, da er die Pflicht gehabt hätte, das Steak vor der Zubereitung auf Knochenstücke zu untersuchen.

Das Amtsgericht München sah dies anders. Zwar muss ein Gastwirt dafür sorgen, dass bei der Zubereitung der Gerichte bestimmte Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Allerdings setzt die natürliche Beschaffenheit der Lebensmittel hier Grenzen. Ein durchschnittlich gebildeter Verbraucher weiß, dass es sich bei Fleisch um ein tierisches Produkt handelt, bei dessen Verarbeitung regelmäßig Knochen entfernt werden müssen.

Da dem Gast selbst beim Schneiden des Steaks kein Knochenstückchen aufgefallen ist, muss es äußerst klein gewesen sein. Es ist einem Wirt aber nicht zuzumuten, Fleisch auf allerkleinste Knochensplitter hin zu untersuchen. Da das Gericht auf der Speisekarte nicht ausdrücklich als knochenfrei angegeben wurde, konnte der Mann demnach nicht davon ausgehen, dass das Fleisch komplett knochenfrei ist. Bei der Beschädigung der Zahnbrücke hat sich vielmehr das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht, was sich nie völlig ausschließen lässt. Den Gastwirt trifft demnach kein Verschulden (AG München, Urteil vom 12.2.2015, 213 C 26442/14 ).

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