Ballettunfall: kein Schmerzensgeld für 125-Kilo-Mann

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Wenn Sie ein Turngerät unsachgemäß benutzen und sich dabei verletzen, können Sie nicht ohne Weiteres mit Schmerzensgeld rechnen.

Ein 125 kg schwerer Mann im Alter von 75 Jahren besuchte einen Ballettkurs für Senioren. Der Mann war mit der Handhabung der Ballettstange vertraut. So stellte er die Stange mit ein paar Handgriffen auf die gewünschte Höhe ein. Als jedoch sein rechtes Bein inklusive der rechten Gesäßhälfte auf der Stange zu ruhen kam, gab sie unter seinem Gewicht nach und rutschte bis auf Kniehöhe herab. Dabei erlitt der Mann eine Prellung am linken Schienbeinknochen und einen Riss am Meniskus. Nun verlangt er Schmerzensgeld, da die Stange defekt gewesen sei. Außerdem habe die Ballettlehrerin dafür Sorge tragen müssen, dass er die Ballettstange richtig bedient.

Die Richterin am Amtsgericht wies die Klage jedoch ab. Auch wenn ein Verein grundsätzlich dafür sorgen muss, dass seine Mitglieder nicht durch defekte Sportgeräte zu Schaden kommen, haftet der Verein nicht für alle denkbaren Möglichkeiten eines Schadens.

In diesem Falle hat der Verein eine Ballettstange zur Verfügung gestellt, die an sich für den normalen Gebrauch durch Balletttänzer geeignet war. Insbesondere war die Stange nicht defekt. Auch kannte der Mann sich mit dem recht einfachen Verstellmechanismus aus. Daher war die Ballettlehrerin auch nicht verpflichtet, zu überprüfen, ob er die Schraube fest genug angezogen hat. Vielmehr hat der Rentner die Ballettstange als eine Art Barhocker zweckentfremdet. In der Folge ist sie dann unter seinem Gewicht von 125 kg zusammengebrochen (AG München, Urteil vom 30.8.2013, 281 C 11625/13 ).

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