6.000,00 € Schmerzensgeld wegen unzureichender Aufklärung beim Zahnarzt

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Ihr Zahnarzt muss Sie insbesondere dann über eine Behandlungsalternative aufklären, wenn die Risiken und Erfolgschancen beider Methoden sich wesentlich unterscheiden. Andernfalls muss er gegebenenfalls Schmerzensgeld zahlen.

Der behandelnde Zahnarzt riet seiner Patientin zu einer neuen Zahnprothese mit "verblockten Brücken" und setzte ihr die entsprechende Prothese im Ober- und Unterkiefer ein. Die Patientin beklagte anschließend Probleme beim Essen wegen unzureichenden Kontakts zwischen Ober- und Unterkiefer sowie überempfindliche Zähne.

Das Oberlandesgericht Hamm gab der Patientin Recht. Ihr steht ein Schmerzensgeld in Höhe von 6.000,00 € zu. Zwar lässt sich kein Behandlungsfehler nachweisen, da nicht mehr nachzuvollziehen ist, ob direkt nach der Behandlung zunächst ausreichend Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer bestanden hat oder nicht.

Der Zahnarzt hat aber seine Patientin nicht richtig aufgeklärt. Er hat ihr die medizinisch gleichermaßen sinnvolle und übliche Methode einer Prothese durch Einzelkronen im Oberkiefer nicht aufgezeigt. Einzelkronen haben aber gewisse Vorteile, vor allem sind sie leichter zu reinigen und ästhetisch ansprechender.

Deshalb hätte er ihr die Wahl zwischen beiden Methoden durch eine umfassende Aufklärung ermöglichen müssen. Denn nur die Patientin allein kann in einem solchen Fall die Entscheidung treffen, auf welchem Wege die Behandlung erfolgen soll und auf welche Risiken sie sich einlassen will. Ohne eine solche Aufklärung war die Behandlung daher rechtswidrig (OLG Hamm, Urteil vom 17.12.2013, 26 U 54/13 ).

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