Zahnarzt haftet für mangelhafte Zahnbrücke

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Pfusch beim Zahnarzt - Wenn der Zahnarzt nicht ordentlich arbeitet, müssen Sie Ihre Rechnung nicht begleichen und können sogar Schmerzensgeld beanspruchen.

Ein Zahnarzt gliederte seinem Patienten eine Zahnprothese bestehend aus mehreren Brücken ein. Diese wies auch nach einigen Nachbesserungsversuchen seitens des Zahnarztes gravierende Mängel auf. Nicht genug, dass die Keramik schadhaft war, auch die Kontakte der Kauflächen konnte der Zahnarzt nicht in einem ausreichenden Maß herstellen. Außerdem wies die gesamte Konstruktion erhebliche Schleifspuren auf. Insgesamt war die Prothese derart mangelhaft, dass sie für den Patienten nutzlos war. Daher bezahlte der Patient seine Rechnung für die Prothese über 8.600,00 € nicht.

Der Zahnarzt weigerte sich daraufhin, ohne Vergütung weitere Behandlungen durchzuführen. Daraufhin lehnte der Patient es ab, sich weiter von dem Zahnarzt behandeln zu lassen. Der Zahnarzt zog vor Gericht und klagte seine Behandlungskosten ein. Der Patient forderte dagegen Schadensersatz - insbesondere Schmerzensgeld - für Folgeschäden aus der mangelhaften Behandlung. Denn die fehlerhafte Prothese hatte eine Verlagerung des Kiefergelenks, eine Fehlbelastung der Muskulatur und den Abbruch eines Zahnes zur Folge gehabt.

Die Richter des Oberlandesgerichts Hamm gaben dem Patienten Recht. Einem medizinischen Sachverständigengutachten zufolge ist die Zahnbrückenkonstruktion so mangelhaft, dass dem Zahnarzt erhebliche Behandlungsfehler vorzuwerfen sind.

In einem solchen Fall hätte der Zahnarzt seinem Patienten eine Neuanfertigung der Brückenkonstruktion anbieten müssen. Als der Arzt das ablehnte, durfte der Patient den Behandlungsvertrag fristlos kündigen und die Zahlung des Honorars verweigern. Außerdem steht ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.500,00 € zu (OLG Hamm, Urteil vom 5.9.2014, 26 U 21/13 ).

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