Unterschiedlich große Brüste - wann zahlt die Krankenkasse?

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Die Krankenkasse zahlt nur dann, wenn die unterschiedlich großen Brüste entstellend wirken. Allerdings muss sich die Patientin an den Kosten einer Brust-OP beteiligen, wenn sie selbst schuld daran trägt.

Eine junge Frau litt seit ihrer Pubertät unter einer zu kleinen rechten Brust. Die Krankenkasse war bereit, die Kosten für eine angleichende Behandlung zu übernehmen, da sie von einer entstellenden Störung ausging. Die Behandlung sollte in zwei Schritten erfolgen. Erst wurde die rechte Brust mit einem Expander erweitert, so dass sie zunächst sogar größer als die linke Brust war. Danach sollte der Expander durch ein kleineres Silikonimplantat ersetzt werden. Durch die sich anschließende Hautschrumpfung sollte eine annähernd gleiche Größe beider Brüste erreicht werden. Die Frau ließ nur die erste Operation durchführen und beantragte dann eine Angleichung der linken Brust an die mittlerweile übergroße rechte Brust. Das lehnte die Krankenkasse ab, da ihre linke Brust normal entwickelt sei. Das Sozialgericht Darmstadt

Das Sozialgericht Darmstadt gab der Krankenkasse Recht. Der Unterschied zwischen den Brüsten ist nach der ersten Operation nicht so gravierend, dass er entstellend wirkt. Denn nicht jede Unregelmäßigkeit ist krankhaft. Nur wenn das unterschiedliche Wachstum der Brüste entstellend wirkt, sodass die Patientin ständig alle Blicke auf sich zieht, kommt eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen in Betracht.

Das Gericht stellte des Weiteren klar, dass die Frau ihre Krankenkasse nicht zur Übernahme der Kosten zwingen kann, indem sie zuwartet. Zwar kann es in der Zukunft wieder zu einer entstellenden Ungleichheit beider Brüste kommen, wenn sich die nicht fertig behandelte expandierte rechte Brust weiter aushängt. Auch kann eine weitere Operation dann notwendig werden. Da die Frau aber durch den Abbruch der Behandlung selbst schuld daran wäre, könnte die Krankenkasse sie zur anteiligen Kostenübernahme heranziehen, sollte eine weitere Operation notwendig werden (SG Darmstadt, Urteil vom 31.5.2016, S 13 KR 293/14 ).

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