Spezialdreirad auch für 17jährige mit Down-Syndrom

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Krankenkassen müssen die Kosten für ein spezielles Dreirad übernehmen, wenn es der behinderten Person eine bessere Integration in ihr Lebensumfeld ermöglicht.

Ein 17jähriges Mädchen mit Down-Syndrom, in ihrer Entwicklung ungefähr einem knapp fünfjährigen Kind vergleichbar, beantragte bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für ein ärztlich verordnetes Spezialdreirad.

Behinderungsbedingt kann sie nur kurze Wege zu Fuß bewältigen, ein Kilometer ist ihr schon zu anstrengend. Tagsüber arbeitet das Mädchen in einer Behindertenwerkstadt. Ihre Freizeit verbringt sie hauptsächlich mit ihrer Familie, die sehr gern und viel Rad fährt. Ein herkömmliches Fahrrad kann sie nicht fahren.

Die Krankenkasse lehnt eine Übernahme der Kosten ab, da nach einem früheren Urteil des Bundessozialgerichts solche Spezialräder nur Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren therapeutischen Zwecken dienten. Sind die Kinder älter, seien diese Räder ein reines Fortbewegungsmittel.

Das Heilbronner Sozialgericht sah dies anders. Hier sind die Besonderheiten im konkreten Fall zu berücksichtigen. Seitdem das Mädchen das Spezialfahrrad hat und an den Fahrradausflügen der Familie teilnehmen kann, ist sie viel selbstbewusster geworden. Zuvor war sie eher ängstlich und zurückgezogen. Nach der ersten Radtour äußerte das Mädchen gegenüber ihrer Mutter spontan: Jetzt bin ich auch so wie die anderen. Es ist also eine deutliche Entwicklung erkennbar (SG Heilbronn, Urteil vom 20.1.2015, S 11KR 4250/13 ).

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