Schmerzensgeld wegen falscher Behandlung von Hautkrebs

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Ein Arzt muss den Patienten über die möglichen Behandlungsmethoden und ihre Erfolgschancen aufklären. Bietet die Standard-Therapie höhere Heilungschancen als eine alternative Therapie, ist er verpflichtet, seinem Patient zu der entsprechenden Behandlung zu raten. Andernfalls muss er Schmerzensgeld zahlen.

Ein Hautarzt stellte bei seinem damals 73-jährigen Patienten ein Basalzellkarzinom an der Wange fest (sogenannter weißer Hautkrebs). Obwohl sein Patient auch zu einer Operation bereit gewesen wäre, entschied er sich auf Anraten seines Arztes für eine sogenannte fotodynamische Therapie statt einer chirurgischen Entfernung des Tumors. Drei Jahre später wurde erneut weißer Hautkrebs diagnostiziert und er musste sich in Folge mehrmals unters Messer legen. Der Mann verlangt von seinem Hautarzt 15.000 € Schmerzensgeld, da ihn eine sofortige Operation vor den langwierigen Folgebehandlungen bewahrt hätte.

Die Richter am Oberlandesgericht Hamm verurteilten den Hautarzt, seinem Patienten Schmerzensgeld in der beantragten Höhe zu zahlen. Auch muss der Arzt für sämtliche aus der fehlerhaften Behandlung zukünftig noch resultierenden Schäden aufkommen.

Bei einem Basalzellkarzinom ist es Standard, den Tumor mittels eines chirurgischen Eingriffs zu entfernen. Zwar bietet die fotodynamische Therapie kosmetisch betrachtet zunächst bessere Ergebnisse. Angewandt wird sie daher oft bei Hautkrebs-Vorstufen. Allerdings sind die Heilungschancen in einem späteren Stadium auf längere Sicht schlechter, da der Krebs nach einer solchen Therapie deutlich häufiger zurückkehre als nach einer Operation (sogenannte höhere Rezidivrate).

Hierüber hätte der Arzt den Patienten in aller Deutlichkeit aufklären müssen. Dass er das versäumt hat, und so nicht den sogenannten goldenen Standard verfolgt hat, stellt einen groben Behandlungsfehler dar, für den der Arzt nun haftet (OLG Hamm, Urteil vom 25.2.2014, 26 U 157/12 ).

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