Männerglatze ist keine Behinderung

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Die überwiegende Zahl der Männer verliert im Laufe des Lebens ganz oder teilweise ihr Kopfhaar. Dadurch erregen Männer aber weder besondere Aufmerksamkeit noch werden sie stigmatisiert. Fazit: Für männliche Glatzenträger gibt es keine Perücke von der Krankenkasse.

Ein nun 76-jähriger Mann, der seit seinem 45. Lebensjahr unter vollständiger Haarlosigkeit leidet, stellte einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme für eine ärztlich verordnete Kunsthaarperücke in Höhe von 820,00 €. Trotz seiner krankheitsbedingten Haarlosigkeit und einer Hautkrankheit, durch die er besonders sonnenempfindlich ist, lehnte die Krankenkasse seinen Antrag ab. In früheren Jahren hatte sie ihm dagegen eine Perücke bewilligt.

Das Bundessozialgericht in Kassel sah dies genauso. Männer ab 30 Jahren müssen mit Haarausfall bis hin zu einer Glatze rechnen. Da die meisten Männer das gleiche Schicksal ereilt, ist der Anblick eines Mannes mit Glatze nicht entstellend. Dabei ist der Grund für die Haarlosigkeit unwichtig (BSG, Urteil vom 22.4.2015, B 3 KR 3/14 R ).

Etwas anderes gilt nur dann, wenn nicht nur die Kopfbehaarung betroffen ist, sondern auch die übrige Behaarung wie Brauen, Wimpern und Bart. Das gilt insbesondere bei Jugendlichen und jungen Männern bis zu einem Alter von ca. 30 Jahren. In einem solchen Fall hat der Haarverlust einen Krankheitswert, der eine Krankenkassenleistung rechtfertigt.

Ähnliches gilt auch bei Frauen, die grundsätzlich nicht unter biologisch bedingten Haarverlust leiden. Eine Frau ohne Kopfhaar weicht von der Norm ab und zieht die Blicke anderer auf sich. Für Frauen ist eine Perücke auf Kassenkosten daher denkbar.

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