Keine freie Arztwahl bei Lucentis-Behandlung

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Beschränkung der freien Arztwahl ist aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots der Krankenkassen hinzunehmen.

Eine gesetzlich Krankenversicherte wollte ihre Krankenkasse zur Kostenübernahme für die Behandlung mit Lucentis durch ihren Augenarzt verpflichten. Dieses Arzneimittel wird bei Netzhauterkrankungen in den Glaskörper des Auges injiziert. Zurzeit können Ärzte diese Behandlung nicht bei den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Übernommen wird nur die Verabreichung des Mittels in Universitätskliniken. Mit diesen sind Versorgungsverträge geschlossen worden. Die Ampulle des Arzneimittels wird dort in zwei Einzeldosen aufgeteilt, um die sehr hohen Kosten zu senken.

Die Versicherte war der Ansicht, diese Aufteilung würde die Qualität der Behandlung herabsetzen. Außerdem habe sie ein Recht auf freie Arztwahl.

Das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt war da anderer Meinung:
Es gab der Versicherung Recht. Die von der Klägerin begehrte Behandlung sei fast doppelt so teuer wie jene in der Universitätsklinik. Die Verabreichung zweier Einzeldosen führe auch nicht zur einer Verschlechterung der Wirksamkeit. Darüber hinaus sei die Klinik aufgrund besserer Ausstattung und gebündelter ärztlicher Erfahrung sogar besser in der Lage, das Augenleiden zu behandeln.

Das Recht auf freie Arztwahl muss in diesem Fall also hinter das Wirtschaftlichkeitsgebot der Krankenkassen zurücktreten (LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 15.4.2010, Az.: L 5 KR 5/10 B ER).

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