Kein Schadensersatz wegen Amalgam-Füllung

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Zahnärzte dürfen Amalgam-Füllungen verwenden, da diese grundsätzlich als unbedenklich gelten.

Seit ihrer Kindheit wurden einer Frau Amalgam-Füllungen eingesetzt. Dabei verwendete die behandelnde Zahnärztin über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren das Amalgam auch gemeinsam mit anderen Metallen - insbesondere mit Gold. Die Patientin klagte über erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen. So hätten ihr in der Folge unter anderem zwei Zähne gezogen werden müssen. Die Zahnärztin hätte nicht erkannt, dass sie gegen Amalgam allergisch sei. Die Patientin verlangte daher Schadensersatz in Höhe von 12.000,00 €.

Das Oberlandesgericht Hamm lehnte - wie auch schon das Landgericht - eine Haftung der Zahnärztin ab. Amalgam gilt grundsätzlich als unbedenklich. Daher hatte die Zahnärztin auch keinen Anlass, sie über irgendwelche Risiken aufzuklären.

Es ist in der Regel auch unproblematisch, verschiedene Metalle zu verwenden. Kommt Amalgam in Kontakt mit Speichel, wird es mit einem Niederschlag überzogen, der weitere Reaktionen mit anderen Metallen unterbindet. Selbst wenn Amalgamreste im Zahn verbleiben und eine Goldkrone über den Zahn kommt, verhindert der dazwischen eingefügte Zement eine Reaktion zwischen den Metallen. Ein Behandlungsfehler liegt somit nicht vor.

Bei der Patientin kann auch keine Amalgam-Allergie festgestellt werden. Sie hat weder unmittelbar nach der Füllung mit Amalgam noch in den dreizehn Jahren danach eine allergische Reaktion gezeigt. Einen Zusammenhang zwischen den von ihr geschilderten gesundheitlichen Beeinträchtigungen konnte auch der vom Gericht berufene Sachverständige nicht feststellen. Außerdem hat die Patientin in die Behandlung mit Amalgam-Füllungen eingewilligt (OLG Hamm, Urteil vom 4.3.2016, 26 U 16/15 ).

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