Chefarzt-OP muss ausdrücklich vereinbart werden

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Wollen Sie ausschließlich vom Chefarzt operiert werden, müssen Sie das hinreichend deutlich machen. Tun Sie das nicht, darf Sie auch sein ärztlicher Vertreter operieren.

Ein Mann, der seit Längerem schlecht durch die Nase atmen konnte und immer wieder unter Entzündungen der Nasennebenhöhlen litt, begab sich zur Durchführung einer Nasen-OP ins Krankenhaus. Er vereinbarte Chefarztbehandlung und wurde vom Vertreter des Chefarztes ohne Komplikationen operiert. Der Mann verlangt vom Krankenhaus, dem Chefarzt und seinem Vertreter Schadensersatz, insbesondere Schmerzensgeld in Höhe von 75.000,00 €. Er behauptet, der chirurgische Eingriff sei unnötig gewesen, fehlerhaft und ohne ausreichende Aufklärung erfolgt und nicht vom Chefarzt persönlich durchgeführt worden.

Das Oberlandesgericht Hamm sah dies anders. Dem Mann steht kein Schadensersatz zu. Die Operation war angezeigt, da eine vorhergehende konservative Therapie keine Besserung brachte. Der Mann wurde auch ordnungsgemäß über die Risiken der Operation aufgeklärt. Weder während noch nach dem Eingriff war die Behandlung fehlerhaft.

Der Mann durfte auch von dem ärztlichen Vertreter des Chefarztes operiert werden. Eine Vereinbarung über Chefarztbehandlung schließt das nicht aus. Wollen Sie als Patient ausschließlich vom Chefarzt und keinesfalls durch seinen Vertreter operiert werden, müssen Sie das deutlich erklären. Sie können das beispielsweise im Vertrag über die Wahlleistungen oder im Rahmen Ihrer Einwilligung zur Operation explizit vereinbaren.

Versäumen Sie es, Ihren Willen hinreichend deutlich zu erklären, darf auch der ärztliche Vertreter des Chefarztes den Eingriff durchführen. Das gilt umso mehr, wenn der Vertrag einen ärztlichen Vertreter benennt (OLG Hamm, Urteil vom 2.9.2014, 26 U 30/13 ).

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