Arzt haftet wenn es schiefgeht - Bei gravierenden Risiken reicht Aufklärungsbogen nicht

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Wenn ein ärztlicher Eingriff ein besonders beeinträchtigendes, nicht mehr behebbares Risiko beinhaltet, muss der Arzt darüber umfassend aufklären. Ein flüchtiger Hinweis in einem Aufklärungsbogen genügt dafür nicht.

Eine Frau hat sich im Jahre 2008 bei einem Zahnarzt zwei Implantate einsetzen lassen. Seit diesem Eingriff leidet die Patientin unter einer dauerhaften Nervschädigung. Das bedeutet, dass sie zum einen jeden Tag Schmerzen beim Kauen hat. Zum anderen leidet sie unter Sensibilitätsstörungen. Die Frau wirft dem Zahnarzt nun vor, dass er sie vor dem Eingriff nicht umfassend über dieses Risiko aufgeklärt habe. Sie verlangt deshalb unter anderem Schmerzensgeld.

Das Oberlandesgericht Koblenz sprach der Patientin 7.000,00 € Schmerzensgeld zu. Die Richter stellten fest, dass der Arzt nicht umfassend über das Risiko der dauerhaften Nervschädigung aufgeklärt hat. Zwar besteht dieses Risiko nur selten, jedoch sind die Folgen so gravierend, dass eine umfassende Aufklärung erfolgen muss.

Der bloße Hinweis in einem schriftlichen Aufklärungsbogen, dass es zu einer Nervschädigung kommen kann, genügt dabei nicht. Dieser Hinweis klärt den Patienten nämlich nicht darüber auf, dass es zu einem nicht mehr behebbaren Dauerschaden kommen kann. Zudem beeinträchtigt eine Nervschädigung den Patienten ganz besonders (OLG Koblenz, Urteil vom 22.8.2012, 5 U 496/12).

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