Zum Rücktrittsrecht beim Kauf eines 2-teiligen Skianzuges

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Wer einen 2-teiligen Skianzug – bestehend aus Skihose und Anorak – kauft, kann nicht vom gesamten Kaufvertrag zurücktreten, wenn nur die Jacke einen Fehler aufweist. Das Rückrittsrecht besteht nur, wenn die Leistung unteilbar ist oder der Verbraucher an einer teilweisen Vertragserfüllung kein Interesse hat.

Ein Kunde entschied sich für einen 2-teiligen Skianzug. An der Ski-Jacke entdeckte er einen Riss und wollte daraufhin vom gesamten Kaufvertrag zurücktreten. Das gestand der Verkäufer ihm aber nicht zu. So ging der Streit vor Gericht.

Das Amtsgericht Ingolstadt entschied, der Käufer hat kein Rücktrittsrecht, denn die Hose des Skianzuges war nicht mangelhaft. Vielmehr beschränkte sich der Mangel auf die Jacke.

Hier gilt folgender Grundsatz: Ist bei einer Mehrheit von Sachen nur ein Teil fehlerhaft, besteht nur dann ein Rücktrittsrecht, wenn die Leistung insgesamt unteilbar ist oder der Käufer an der teilweisen Vertragserfüllung kein Interesse hat.

Hier befand das Gericht, dass jedes Kleidungsstück für sich trag- und benutzbar ist. Somit liegt keine Unteilbarkeit vor. Zumal hier die Bekleidungsstücke auch nicht aus der gleichen Modellreihe stammten. Dem Käufer war es somit möglich, die verbliebene Skihose durch den Kauf eines neuen Anoraks wieder zu einem 2-teiligen Ski-Anzug zu erweitern.

Folge für die zerrissene Jacke: Hierfür kann der Kunde Nacherfüllung verlangen – also entweder Reparatur oder Ersatz (AG Ingolstadt, Urteil vom 4.11.2013, 11 C 817/13 ).

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