Verbraucher: Falsches Gratis-SMS-Angebot muss nicht bezahlt werden

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Viele Internetanbieter bewerben ihre Angebote mit dem Wörtchen "gratis". Häufig wird dabei jedoch im Kleingedruckten ein Preis versteckt. Hier gilt: Sind Internetangebote so gestaltet, als seien die angepriesenen Leistungen kostenlos, muss der Kunde sie auch nicht bezahlen.

Eine Internetnutzerin hatte die Seite www.smsfree100.de besucht. Dort wurde für den Gratisversand von SMS geworben. Überall auf der Seite wurden Begriffe wie "free", "gratis" und "umsonst" benutzt. Deshalb staunte die Dame nicht schlecht, als sie eine Rechnung in Höhe von 96 Euro für SMS-Versand aus dem Briefkasten fischte. Nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen stand, was das Angebot tatsächlich kosten sollte. Auf diese Klausel berief sich der Anbieter.

Das Amtsgericht Hamm hielt dagegen: Eine Gratis-SMS muss gratis sein. Der Anbieter hat keinen Anspruch auf sein Entgelt, wenn der Internetauftritt den Eindruck vermittelt, das Angebot sei unentgeltlich. Die Kosten für die Leistung darf nicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt werden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine für den Internetnutzer überraschende Klausel. Auch eine stillschweigende Vergütungsvereinbarung kann deshalb nicht angenommen werden.

Fazit: Ein falsches Gratis-Angebot darf nicht zulasten der Kunden gehen. Eine solche "Abzocke" ist unzulässig (AG Hamm, Urteil vom 26. 3. 2008, Az. 17 C 62/08).

Was Sie tun können, wenn Sie in eine "Internetfalle" getappt sind und das Internetsurfen zum teuren Ärgernis wird, erfahren Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 3.

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