Teure wasserdichte Marken-Uhr muss auch dicht sein

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Ein Uhrenliebhaber hatte sich eine Luxusuhr der Marke Breitling für 4.600,00 € geleistet, die laut Aufdruck als 30 Meter wasserdicht gekennzeichnet war. Bereits wenige Tage später blieb die Uhr nach dem Duschen jedoch stehen.

Das gute Stück wurde zum Hersteller eingeschickt, der jedoch eine Herstellergarantie unter Hinweis auf eine entsprechende DIN-Vorschrift ablehnte. Die Angabe 30 Meter beziehe sich nicht auf die mögliche Tauchtiefe, sondern auf den Wasserdruck. Der auf der Uhr angegebenen Dichtigkeitswert sei damit nur nur als Schutz gegen Schmutz und Wasserspritzer zu verstehen. Duschen sei laut DIN erst ab 50 Meter Wasserdichte möglich.

Der enttäuschte Käufer nahm Abstand vom Kauf und verlangte sein Geld zurück.

Zu Recht, entschied das Amtsgericht Bochum. Wer eine teure Uhr mit einem Hinweis wasserdicht bis 30 m kauft, darf davon ausgehen, dass die Uhr zumindest beim Duschen oder Schwimmen längere Zeit gefahrlos getragen werden kann.

Das Gericht legte damit eine entsprechende DIN-Norm verbraucherfreundlicher aus als der Hersteller. Begründung: Ein durchschnittlicher Verbraucher muss die Besonderheiten zur Dichtigkeit von Uhrgehäusen nicht kennen. Wer eine Luxusuhr kauft, darf darauf vertrauen, dass sie Wasserkontakt beim Duschen standhält (AG Bochum, Urteil vom 24.6.2011, 75 C 45/11, NJW-RR 2011 S. 1554).

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