Online-Handel: Sofort lieferbar heißt Versand am nächsten Werktag

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Wer als Online-Händler mit der Angabe sofort lieferbar wirbt, muss auch schnell liefern. Die bestellte Ware ist in diesem Fall am nächsten Werktag zu versenden. Andernfalls droht dem Händler eine Abmahnung.

Ein Online-Händler hatte seine Elektronik-Angebote mit dem Hinweis auf die sofortige Lieferbarkeit beworben. Zwei Kunden beschwerten sich jedoch, denn weder die bestellte Hifi-Anlage noch das Handy wurden sofort auf den Weg gebracht.

Vielmehr erhielten sie zunächst eine Bestellbestätigungs-E-Mail und auch der Kaufpreis wurde bereits verbucht. Wenig später kam eine zweite Nachricht, aus der hervorging, dass sich die Auslieferung verzögere und eine Nachlieferung innerhalb von fünf bis sieben Tagen erfolge.

Der Online-Anbieter argumentierte, er könne keine Abweichungen bezüglich der Verfügbarkeit und Auslieferbarkeit feststellen. Die Wettbewerbszentrale erhob daraufhin Unterlassungsklage.

Das Landgericht Aschaffenburg gab den Wettbewerbsschützern Recht und schrieb dem Händler ins Stammbuch: Die Formulierung sofort lieferbar bedeutet, dass die Ware bereitgehalten wird und der Versand am nächsten Werktag erfolgt. Das darf der Kunde aufgrund der Hinweise auf den Angebotsseiten erwarten.

Andernfalls stimmen die Angaben nicht und der Online-Händler handelt irreführend und somit wettbewerbswidrig. Dieses Verhalten kann von den zuständigen Stellen abgemahnt werden (LG Aschaffenburg, Urteil vom 19.8.2014, 2 HK O 14/14 ).

Hinweis der Redaktion:

Als Verbraucher können Sie nicht unmittelbar gegen den Wettbewerbsverstoß des Anbieters vorgehen. Wenden Sie sich in einem solchen Fall an die Beschwerdestelle der Wettbewerbszentrale (www.wettbewerbszentrale.de).

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