Gewinnlockanrufe mit Weiterschaltung auf 0900-Nummern sind verboten

Leitet Sie das Gewinnversprechen einer computergesteuerte Stimme vom Band auf eine teure 0900-Rufnummer, brauchen Sie die dafür fälligen Telefongebühren nicht zu bezahlen.

Mit Telefoncomputern rief ein Unternehmen bei Telefonanschlussinhabern an. Diese erfuhren über eine automatische Bandansage, sie hätten einen Preis gewonnen. Für weitere Informationen sei eine bestimmte Telefontaste zu drücken. In diesem Fall wurde eine Verbindung zu einer teuren 0900-Rufnummer aufgebaut. Zu gewinnen gab es nichts, aber die Telefonrechnung der Anrufenden schnellte in die Höhe. Deshalb beschwerten sich zahlreiche Verbraucher bei der Bundesnetzagentur über die unerbetenen Anrufe vom Band. Die Bundesnetzagentur verbot daraufhin die Werbeanrufe sowie die Weitervermittlung zu 0900er-Nummern per Tastendruck. Das wollte dem Anbieter der Anrufe nicht gefallen. Er verlangte die Aufhebung des Verbots.

Doch nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgericht Münster blieb es dabei: Gewinnlockanrufe mit Weiterschaltung auf Mehrwertnummern sind verboten. Sie stellen eine unzumutbare Belästigung dar, wenn die Verbraucher vorher nicht in die Telefonwerbung eingewilligt haben. Die Weiterleitung durch Tastendruck verstoße gegen das Telekommunikationsgesetz, da das Unternehmen unzulässige R-Gespräche veranlasst habe (OVG Münster, Beschluss vom 25.6.2008, 13 B 668/08).

Rechtstipp
Opfer unerbetener Anrufe vom Band können teure 0900-Verbindung in der Telefonrechnung erfolgreich reklamieren: Ziehen Sie den betreffenden Betrag inklusive Mehrwertsteuer von der Telefonrechnung ab und teilen Sie dies Ihrer Telefongesellschaft schriftlich mit.

Was Sie darüber hinaus zur Reklamation überhöhter Telefonrechnungen wissen müssen, erfahren Sie in der Gruppe 3 in den "Rechtstipps".

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.