Amazon-Kunde muss für Folgen einer berechtigten Negativbewertung nicht aufkommen

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Ein Kunde hatte den Kauf von Fliegengittern auf Amazon schlecht bewertet. In der Folge wurde das Amazon-Verkaufskonto des Anbieters gesperrt. Dieser verlangte daraufhin Schadensersatz – und ging leer aus. Er konnte die Mangelfreiheit seines Produktes nicht nachweisen.

Ein Amazon-Kunde hatte ein Fliegengitter für 20,00 € bestellt. Der Zuschnitt des Gitters erfolgte laut Kundenaussage anhand der Montageanleitung. Doch das Gitter war danach für das Fenster zu klein und somit unbrauchbar.

Weil der Powerseller die Reklamation nicht ernst nahm, machte der Kunde seinem Ärger auf dem Bewertungsportal von Amazon Luft und postete eine schlechte Bewertung. Der Händler hielt diese für ungerechtfertigt und verlangte die Löschung der Bewertung.

Darüber eskalierte der Streit. In der Folge wurde der Account des Anbieters gesperrt. Folglich konnte dieser seine Waren nicht mehr an den Mann bringen. Er verklagte den Kunden wegen des Umsatzrückgangs auf Schadensersatz in Höhe von rund 70.000,00 €.

Das Landgericht Augsburg versagte dem schlecht bewerteten Händler jedoch den Anspruch. Diesem gelang es im Prozess nicht, nachzuweisen, dass die Montageanleitung fehlerfrei und die Kritik des Käufers unberechtigt waren (LG Augsburg, Urteil vom 30.7.2014, 021 O 4589/13 ).

Unser Rechtstipp:

Seien Sie gleichwohl maßvoll mit schlechten Produktbewertungen. Denn unwahre Behauptungen oder überzogene Kritik können Sie teuer zu stehen kommen. Dies muss sich ein Händler nicht in jedem Fall bieten lassen. Die Löschung der Bewertung oder gar Schadensersatzforderungen können hier auf Sie zukommen.

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