Zum Schadensersatz bei vorzeitig abgebrochener eBay-Auktion

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Der vorzeitige Abbruch einer eBay-Auktion ist zwar grundsätzlich möglich und löst nicht immer Schadensersatzansprüche des leer ausgegangenen Bieters aus. Doch muss für den Abbruch ein wichtiger Grund vorliegen. Das kann jeweils nur im Einzelfall beurteilt werden. Allein der Umstand, dass ein Kaufinteressent unseriös erscheint, reicht jedoch nicht aus.

Ein Verkäufer bot bei eBay einen Jugendstil-Gussheizkörper zum Startpreis von 1,00 € an. Drei Tage später brach er die Auktion ab. Ein Kaufinteressent hatte auf das Angebot bereits 112,00 € geboten und war damit Höchstbietender.

Er verlangte die Übergabe des Heizkörpers, was der Anbieter verweigerte. Dieser machte zunächst geltend, der Heizkörper sei nach Auktionsbeginn zerstört worden. Deswegen habe er die Auktion abgebrochen. Später ergänzte er seine Argumentation. Er habe festgestellt, der Bieter habe in der Vergangenheit 370 Angebote zurückgenommen. In Anbetracht dieses unseriösen Verhaltens sei der Abbruch der Auktion zulässig gewesen.

Der Höchstbietende hingegen verlangte Schadensersatz. Er trug vor, er hätte den Heizkörper zum Preis von 4.000,00 € weiterverkaufen zu können und verlangte diesen Betrag abzüglich des Kaufpreises ( 112,00 €) vom Verkäufer.

Die Vorinstanzen hatten zugunsten des Anbieters entschieden. Der Bundesgerichtshof korrigierte die Entscheidungen und präzisierte die Voraussetzungen zum Abbruch einer eBay-Auktion.

Nach Auffassung des BGH ist ein eBay-Verkäufer nur ausnahmsweise zum Abbruch und damit zur Streichung von einzelnen Geboten berechtigt.

Das ist zum einen der Fall, wenn eines der in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen von eBay ausdrücklich genannten Beispiele vorliegt.

Zum zweiten ist der Abbruch möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, der einem gesetzlichen Grund für die Lösung vom Vertrag entspricht, also beispielsweise ein Anfechtungs- oder Rücktrittsgrund. Außerdem muss dieser wichtige Grund das Motiv für den Abbruch der Auktion bilden.

Was ein wichtiger Grund ist, kann immer nur anhand des Einzelfalls entschieden werden. Die bloße Annahme, es handle sich angesichts der Vielzahl von Angebotsrücknahmen um einen unseriösen Käufer, reicht dafür nicht aus. Deshalb war der Verkäufer aus diesem Grund nicht zum Auktionsabbruch berechtigt.

Ob jedoch die ebenfalls vorgetragene Zerstörung des Heizkörpers einen wichtigen Grund darstellt, der für den Auktionsabbruch ursächlich war, muss die Vorinstanz nun erneut prüfen (BGH, Urteil vom 23.9.2015, VIII ZR 284/14 ).

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