Wer haftet für Telefonkosten aufgrund gestohlener SIM-Karte?

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Der Inhaber eines Mobilfunkanschlusses muss unter Umständen für Telefonkosten aufkommen, die ein unbekannter Dritter mittels entwendeter SIM-Karte verursacht hat. Das gilt insbesondere, wenn der Anschlussinhaber die PIN auf der SIM-Karte notiert hatte, was grob fahrlässig ist.

Der Inhaber eines Mobilfunkanschlusses verfügte im Rahmen seines Vertrags über mehrere SIM-Karten. Eine davon hatte er seiner Mutter überlassen, die mit ihm im Haushalt lebte. Um ihr die Nutzung des Handys zu erleichtern, hatte der Sohn die PIN auf der SIM-Karte notiert. Ein unbekannter Dritter entwendete diese aus der Wohnung und telefonierte damit ausgiebig.

Der Mobilfunkanbieter stellte dem Sohn als Inhaber des Anschlusses rund 6.000,00 € in Rechnung und verwies dabei auf seine AGB, wonach ein Kunde für die unbenutzte Nutzung des Anschlusses aufkommen muss, wenn er diese zu vertreten hat. Der Mann wollte nicht zahlen und verwies seinerseits auf den Diebstahl der SIM-Karte.

Das Oberlandesgericht Brandenburg wertete es jedoch als grob fahrlässig, SIM-Karte und PIN gemeinsam aufzubewahren (hier: Notieren der PIN auf der SIM-Karte) und entließ den Mann nicht aus der Haftung.

Für den Umgang mit der SIM-Karte gelten dieselben Regeln wie bei der Nutzung einer EC-Karte: Der Kunde muss hier ebenso vorsichtig sein wie bei Nutzung seiner EC-Karte. Karte und PIN dürfen nicht in einem Zugriff entwendet werden können, andernfalls haftet der Karteninhaber für den Kartenmissbrauch (OLG Brandenburg, Urteil vom 11.9.2014, 5 U 105/13 ).

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