Was kostet ein Fotoklau im Internet?

 - 

Wer im Internet Fotos klaut, also fremde Fotos aus dem Netz auf seiner eigenen Internetseite ohne Einwilligung des Fotografen einstellt und den Urheber des Fotos nicht benennt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Folge davon sind hohe Schadensersatzforderungen.

Der Inhaber einer Homepage hatte ein fremdes Foto auf seine Homepage eingebunden ohne Zustimmung des Rechteinhabers. Auch der Name des Fotografen als Urheber und Inhaber der ausschließlichen Nutzungsrechte wurde nicht genannt. Als das aufflog, mahnte der Fotograf den Homepageinhaber ab und verlangte Schadensersatz (§ 13, 97 UrhG).

Das Amtsgericht München folgte der Auffassung, der Schadensersatz für diese Urheberrechtsverletzung ist nach dem üblichen Nutzungshonorar zu bemessen – hier auf der Grundlage der sogenannten Lizenzanalogie. Hier wird auf die Summe abgestellt, die der Homepageinhaber hätte bezahlen müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des Fotos eingeholt hätte. Maßgebend ist hierbei die Üblichkeit der Vergütung.

Im Ergebnis steht dem Fotograf als Rechteinhaber hier ein Schadensersatzanspruch in Höhe von 410,00 € zu. Dabei setzte das Gericht bei der Schadensermittlung wegen der fehlenden Urheberbenennung einen sogenannten Verletzerzuschlag in Höhe von 100 % der üblichen Nutzervergütung an (AG München, Urteil vom 22.8.2014, 142 C 12802/14 ).

Anmerkung der Redaktion:

Was den Verletzerzuschlag anbelangt, so entscheiden die Gerichte uneinheitlich. Nicht alle Gerichte erkennen ihn an und nicht immer wird er in Höhe von 100 % zuerkannt; auch 50 % sind vertretbar (vgl. KG, Urteil vom 21.3.2012, 24 U 130/10 ). Die Berechnung des konkreten Schadensersatzes hängt im Übrigen stets von den Umständen des Einzelfalles ab.

Weitere News zum Thema

  • AGB von WhatsApp müssen auf Deutsch angeboten werden

    [] Der Messenger-Dienst WhatsApp darf auf seiner deutschen Internetseite keine englischsprachigen AGB verwenden. Die seitenlangen und mit Fachausdrücken gespickten Nutzungsbedingen sind für Verbraucher aus Deutschland weitgehend unverständlich und damit unwirksam. mehr

  • Strengere Kontrollpflichten für Bewertungsportale

    [] Wer sich in einem Bewertungsportal ungerechtfertigt schlecht bewertet fühlt (z.B. als Arzt), hat künftig mehr Rechte. Bewertungsportale müssen im Fall einer Beanstandung die Einschätzung ihrer Nutzer gründlicher überprüfen und stichhaltige Nachweise zum Wahrheitsgehalt liefern können (z.B. Rezepte oder Rechnungen vorlegen). Der Nutzer, der die Bewertung abgibt, darf weiter anonym bleiben. mehr

  • Facebook-Konto weiterhin nur unter Klarnamen

    [] Facebook darf von Nutzern in Deutschland fürs Erste weiterhin verlangen, dass sie sich mit ihren echten Namen anmelden. Das Verwaltungsgericht Hamburg stoppte eine Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten. Dieser vertritt die Ansicht, neue Nutzer dürften bei Facebook auch ein Pseudonym nutzen. mehr

  • Internet-Bestellbutton muss eindeutig beschriftet sein

    [] Der Online-Händler Amazon darf für seinen Abodienst Prime (mit Gratis-Probemonat) keinen Bestellbutton mit der Aufschrift Jetzt gratis testen – danach kostenpflichtig verwenden. Der Bestellbutton entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die Kunden werden nicht ausreichend auf die Zahlungspflicht nach Ablauf des Probemonats hingewiesen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.