eBay-Verkäufer darf nicht einfach als Abzocker bezeichnet werden

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Negativbewertungen bei eBay sind grundsätzlich zulässig. Doch es muss sich dabei um wahre Tatsachenbehauptungen oder Werturteile handeln. Wer dagegen einen eBay-Verkäufer beliebig als Abzocker beschimpft, muss mit einer Abmahnung rechnen.

Eine eBay-Transaktion war daran gescheitert, dass der Kaufinteressent vom Kaufvertrag zurückgetreten ist - und zwar noch vor Bezahlung und vor der Versendung der Ware. Im Bewertungsportal bezeichnete er den Verkäufer trotzdem als Abzocker. Das wollte dieser so nicht auf sich sitzen lassen und beantragte eine einstweilige Verfügung.

Das Landgericht Köln untersagte dem Käufer die Verwendung dieser Bezeichnung. Zwar sind negative Bewertungen bei eBay grundsätzlich zulässig. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich dabei um wahre Tatsachenbehauptungen oder Werturteile handelt. Beleidigungen, unwahre Behauptungen oder Schmähkritik müssen dagegen nicht hingenommen werden. In diesen Fällen kann ein Unterlassungsanspruch im Wege einer Abmahnung geltend gemacht werden.

Im vorliegenden Fall erschien die Bezeichnung Abzocker umso fragwürdiger, als kein hinreichender Anlass für diese Bewertung vorlag. Denn das Geschäft wurde überhaupt nicht abgewickelt. Der Käufer hatte zuvor seinen Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt (LG Köln, Beschluss vom 13.2.2012, 28 O 44/12 ).

Seien Sie zurückhaltend mit entsprechenden Negativbewertungen. Sie müssen die Vorwürfe schon nachweisen können. Denn überschreitet Ihre Bewertung die Grenzen der Schmähkritik, müssen Sie nicht nur mit einer Abmahnung oder einstweiligen Verfügung rechnen. Es kann Ihnen auch auch eine Strafanzeige wegen Verleumdung oder Beleidigung drohen.

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