Wenn das Feuer aufs Nachbarhaus übergeht, kann es richtig teuer werden

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Brennt ein Reihenhaus, geht das Feuer leicht auf das Nachbarhaus über. Fraglich ist hier vor allen Dingen, wer kommt für den Schaden am Nachbarhaus auf, wenn der Eigentümer des brennenden Hauses den Brand nicht verschuldet hat. Der Bundesgerichtshof macht ihn trotzdem haftbar.

Im Schlafzimmer eines Reihenhauses brach Feuer aus. Hinterher wurde mit der Versicherung darüber gestritten, ob sich die Eigentümer, ein Ehepaar, leichtsinnig verhalten hatten. Das Ehepaar verneinte das und behauptete, der elektrische Motor zum Verstellen der Liegefläche des Bettes sei defekt gewesen. Fest stand jedenfalls: Das Feuer hatte auch die Nachbarhäuser ergriffen und beschädigt.

Der Gebäudeversicherer des Ehepaares regulierte den Schaden der benachbarten Hauseigentümer und forderte den Betrag von den Versicherungsnehmern zurück. Dass sie den Brand schuldhaft ausgelöst hätten, sei nicht bewiesen, hielten diese der Versicherung entgegen und zahlten nicht.

Die Versicherung klagte auf Schadenersatz - mit Erfolg. Auf die Frage, wer oder was den Brand verursacht hat, kommt es hier nicht an, stellte der Bundesgerichtshof fest. Wird das Eigentum von Nachbarn beschädigt, haftet der Grundstückseigentümer, von dessen Anwesen das Ganze ausgeht. Denn der Anspruch der Nachbarn auf finanziellen Ausgleich besteht unabhängig vom Verschulden (BGH, Urteil vom 1.4.2011, Az. V ZR 193/10).

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